10 Jahre Liquid Sunday – so war es

Am diesjährigen Ostersonntag, den 20. April, feierte Liquid Sunday sein 10-jähriges Jubiläum. Dazu wurde – wie in den letzten Jahren – in die Alte Wollspinnerei Altenburg / Nobitz geladen.

Wir von replay waren zu dritt dabei. Aus Gründen war mein zeitlicher Rahmen von vorn­he­r­ein recht eng gestrickt, was im Klartext hieß, dass ich am nächsten Morgen so ziemlich genau 6 Uhr zu Hause sein musste. Wir nahmen uns deshalb vor, möglichst zeitig auf dem Gelände zu sein. Gar nicht so einfach, wenn man im Vorfeld noch ein Ticket verkaufen will und man für Gästeliste vom Einlass wieder ganz vor zum Wohnwagen laufen darf, da an diesem schlecht beschildert nur die Information „Artists und VIPs“ ausgewiesen stand.

Gegen 23.30 Uhr waren wir dann jedenfalls auf dem Gelände. Erste Amtshandlung war ein kurzes Treffen mit Paul von Grizzly Music, das durch die starke Netzauslastung gerade so zustande kam. Währenddessen wurde auch der Plan für die durchzutanzende Nacht nach dem Motto „erste Reihe, ganz oder gar nicht“ geschmiedet.

Nach dem Erkunden der verschiedenen Floors war die erste konkrete Anlaufstelle der Technofloor, auf dem noch Reche & Recall vor einer riesigen Fanbase spielten. Das war mir einfach fünf Nummern zu hart (sorry Carsten).  Ab 1.30 Uhr gab Felix Kröcher dann seine Interpretation von Techno zum Besten. In meinen Augen der falsche Floor, da die anderen Künstler mit Hard Techno und anderen Genres eine wesentlich härtere Gangart an den Tag legten. Felix Kröchers Set war jedenfalls, so wie wir es erwarteten, eine 90-minütige Reise zum Planeten Techno, bei der die Stimmung einfach mega war.

10 Jahre Liquid Sunday – so war es

Danach ging es schnur­stracks auf den Mainfloor zu Kölsch. Durchkämpfen in Reihe eins, sich freuen und abfeiern. Kölschs Set war ein wahrer Ohrenschmaus, und er stand nicht umsonst schon länger auf der „Muss man mal gehört haben“-Liste. In der ersten Reihe trifft man übrigens immer die besten Leute. An dieser Stelle viele Grüße an Marcel, Frank und Ronny. Nach 60 Minuten Kölsch waren wir der Meinung, dass 60 Minuten Kölsch viel zu wenig waren.

10 Jahre Liquid Sunday – so war es

Es ging weiter auf den Minimal / Tech House Floor, um den Rest des Kellerkind-Sets zu erleben und die Jungs von Super Flu mal wieder zu hören. Leider verging die Zeit viel zu schnell und wir machten uns gegen 5.30 Uhr auf den Heimweg, ohne überhaupt einen weiteren Headliner des Events, Dominik Eulberg, gehört zu haben. Dessen Set begann erst gegen 7.00 Uhr.

10 Jahre Liquid Sunday – so war es

Alles in allem war das 10-jährige Jubiläum wetter- und musiktechnisch eine solide Veranstaltung, bei der aber gefühlt viel weniger Leute feierten als in den Vorjahren. Das Lineup bot eine große Vielfalt an Musikrichtungen. Da war mit Sicherheit für jedermann etwas dabei. Wertungen zu kleineren Punkten wie sanitäre Anlagen, Publikum, Getränke lasse ich einfach mal außen vor, da man über die Jahre über bestimmte Dinge hinwegsehen oder einfach ignorieren kann. Die Garderobe funktionierte ohne Probleme. Ich habe eigentlich nur zwei größere Kritikpunkte:

– Zum einen sind da die Anlagen auf den Floors, die aus meiner Sicht entweder zu schlecht eingestellt, schlecht auf die Räumlichkeit abgestimmt oder einfach qualitativ schlecht waren. Hinzu kam noch die viel zu krasse Lautstärke und das teilweise Übersteuern. Vielleicht gewinnt der Sound im nächsten Jahr noch etwas an Qualität dazu.

– Zum anderen hätte ich mir eine frühere Playtime von Dominik Eulberg gewünscht. Klar sollen die Gäste möglichst lange bleiben. Jedoch stelle ich mir ein Eulberg-Set zur Primetime besser vor als zu einer verbimmelten Afterhour, bei der nur noch der harte Kern rumsteuert ähm… feiert.

10 Jahre Liquid Sunday – so war es

10 Jahre Liquid Sunday – so war es

10 Jahre Liquid Sunday – so war es

10 Jahre Liquid Sunday – so war es

Über Philipp

Philipp, der wohl größte Pan-Pot Fan auf Erden, ist das Herz und die Seele von replay – um nicht zu sagen: Philipp ist replay, wenn er nicht gerade als Webdesigner arbeitet. In vielen Beiträgen und musikalischen Schmankerln lässt Philipp euch an seiner Liebe zur Musik und nicht zuletzt an seiner musikalischen Entwicklung teilhaben. Im Moment öffnet er immer wieder gern die Schubladen Deep House, Tech House und Techno. Und dies macht er in jeder freien Minute, die sich finden lässt - mit jeder Menge Einsatz und Engagement, mit unglaublich viel Liebe zum Detail und einer LKW-Ladung Herzblut. Um euch weiterhin qualitativ hochwertige Einblicke in die Welt der elektronischen Tanzmusik zu liefern, ist Philipp für euch immer wieder ganz vorn dabei.

4 Gedanken zu „10 Jahre Liquid Sunday – so war es

  1. Nachtimal1990 schreibt:

    1

    Vielen dank auch an euch zurück :) war ein echt gelungener Abend , auch im Namen der REPLAY-Aufkleber-Verteiler ;@

    Wo ich euch recht geben muss is das Problem mit den Sound :(( echt sehr schade das an manchen Stellen der Sound die Musik zerstörte.
    Ich hatte ja auch schon nen Post an das LSD-Team gesendet mit der Rückantwort: “ wir werden das Problem DEFINITV berücksichtigen !“
    … Danke trozdem -.-

    Ansonsten muss der technoide Raver doch echt sagen, das das LineUp dieses Jahr 1-Beatsahne war ;)

  2. Matthew S. schreibt:

    3

    Also von den Headlinern Kölsch und FAUL hatte ich mir mehr erwartet. Ich wahr ehrlich gesagt wahnsinnig enttäuscht von FAUL, welcher nur alte Schinken gespielt hatte (zumindest was ich gehört habe). Kölsch hat mich eigentlich am meisten enttäuscht (vorallem wenn man Remixe für Andhim – Hausch oder Marc DePulse – No Need To Worry kennt). Ich empfand es mehr als schrecklich (gefühlt das halbe Set) das immer mit dem selben musikalischem Arrangment / Tonabfolge gespielt wurde und es sich einfach eine totale Monotonie aufgebaut hatte. Positiv dagegen überrascht hat mich Stefan Biniak (lange nicht mehr gehört) und natürlich Purple Disco Maschine. Nachdem der LiquidSunday aus Tautenhain weg ist muss man einfach sagen: Man war mal wieder da, es war nicht schlecht, aber es gibt besseres (vorallem für den Preis (welcher sicherlich auch sehr viele abgeschreckt hat)).

    1. Philipp schreibt:

      4

      Faul wollten wir gar nicht erst sehen. Waren die ersten Minuten mal kurz über den Floor gelaufen und das war gar nicht toll. Kölsch wollten wir – wie oben schon beschrieben – schon länger sehen / erleben. War aber meiner Meinung nach kein Live-, sondern ein DJ-Set, das aber wirklich gut war. Beim Preis stimme ich dir zu 100% zu. Die Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren war deutlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

"Wenn wir könnten, würden wir Musik heiraten…"