Alfred Heinrichs im Interview: „Personal Magic ist kein Konzeptalbum. Vielmehr trägt hier jeder Track seine eigene Geschichte in sich.“

Alfred Heinrichs, der Label-Chef von Supdub Records hatte für seine Fans dieses Jahr ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk. Am 24.12.2013 hat er sein neues Album „Personal Magic“ veröffentlicht. „Personal Magic“ ist ein Album, das viele Emotionen und alles was ihn im Herzen bewegte, in sich trägt. „Es sind Lieder entstanden, die anregen und eine Geschichte erzählen“ und dabei ist er seinem Stil treu geblieben.

Mit 20 Jahren entwickelte er bereits sein Talent und fing an, selbst Musik zu produzieren. Sein vielfältiges Spektrum an Sounds und seine Produktionen mit viel Liebe zum Detail werden in seinem neuen Album wieder sehr deutlich. Im Rahmen dieser Veröffentlichung stand uns Lars, wie Alfred Heinrichs mit bürgerlichem Vornamen heißt, bezüglich des neuen Albums, den Labels Supdub Records und Moonplay und ein paar persönlichen Alltagsdingen Rede und Antwort.

Alfred Heinrichs

Hallo Lars. Ein ereignisreiches Jahr 2013 nähert sich dem Ende. Den 24.12.2013, das Fest der Liebe, hast du zum Anlass genommen, dein Album „Personal Magic“ zu veröffentlichen. Ist das sozusagen ein Geschenk als Abschluss für ein grandioses Jahr?

Alfred Heinrichs: Hallo replaymag :D

Der 24.12.2013 ist, glaube ich, einer der emotionalsten Zeitpunkte im Jahr. Die Menschen fahren zu ihren Familien. Freunde treffen sich oft nach langer Zeit in ihren Geburtsorten wieder und man wird sich wieder seinen Ursprüngen bewusst.

Vieles wirkt nachdenklich und besinnlich. Genau deswegen habe ich das Release-Date bewusst auf diesen Tag gewählt.

Dein Album, bestehend aus 13 Tracks, beinhaltet private emotionale Momente aus deinem Leben. Die Tracks waren ja anfangs nur für dich privat produziert und du hast lange überlegt, ob du sie veröffentlichst. Wie kam es zu diesem Entschluss und seit wann existieren die Tracks?

Alfred Heinrichs: 2013 = 13 Tracks. Zum Teil gibt es auf dem Album Tracks, die 3 Jahre alt sind. In jedem der Tracks habe ich persönliche Momente festgehalten. Anfangs waren mir die meisten Tracks zu privat, wenn man das so sagen darf. Für meinen Teil eigentlich schon zu persönlich.

Als jedoch dann klar war, dass wir in diesem Jahr mit der supdub digitales 050 noch ein besonderes Jubiläum zu feiern haben, und mir das Management und unsere Künstler sagten, ich solle das Jubiläum machen, musste ich erst eine Weile über alles nachdenken. Letztendlich bin zu dem Entschluss gekommen, dass alles, was ich an Musik produziere und produziert habe, einfach ich bin, egal ob emotionaler oder technoider.

Ich bin ein Artist und habe mehrere Seiten in mir, die ich ausdrücken und teilen sollte und in der Zukunft auch weiterhin machen werde.

Alfred Heinrichs

In „Empty World“ geht es um die aussterbende Flora und Fauna. Bei „A New Time“ geht es um einen neuen Lebensabschnitt von dir. Wie kann man sich die Entstehung der Tracks und allgemein deine Arbeit im Studio vorstellen? Hast du dich nach jedem emotionalen Ereignis in dein Studio verzogen und da alles verarbeitet?

Alfred Heinrichs: Ich bin ja jeden Tag im Studio und da nimmt man alles mit, was einem so passiert oder über, was man sich so seine Gedanken macht.

„Empty World“ zum Beispiel hat den Hintergrund, dass ich vorher eine Reportage von Greenpeace und Peta über Massentierhaltung, Überfischung der Weltmeere gesehen habe.

Das hat mich gleichzeitig geschockt und berührt und mit diesem traurigen Gefühl saß ich dann im Studio und habe mein Gefühl in diesen Track interpretiert.

Personal Magic ist kein Konzeptalbum. Vielmehr trägt hier jeder Track seine eigene Geschichte in sich.

Kannst du uns noch einen näheren Einblick geben, welche Aussagen, Geschichten oder gar persönliche Botschaften hinter „Personal Magic“ stecken?

Alfred Heinrichs: Für mich ist einer der bedeutendsten Tracks auf dem Album: „Lino“. Dieser Track beschreibt den Weg und die Geburt meines Sohnes.

Natürlich könnte ich jetzt zu jedem Track meine persönlichen Gedankengänge darlegen. Dies würde jedoch den Rahmen hier sprengen, gleichzeitig ist es mir auch wichtig, dass Interpretationsspielraum freibleibt und sich ein jeder einzelne, der meine Tracks hört, seine Gedanken dazu machen kann.

Auf deinem Album hast du mit der Sängerin Viviana Alvarez zusammengearbeitet. Man kennt sie ja bereits aus anderen Tracks von dir. Wie kam die Zusammenarbeit mit ihr zustande und was kann man in Zukunft noch von euch erwarten?

Alfred Heinrichs: Wir hatten über gemeinsame Freunde eine zufällige Begegnung. Sie erzählte mir, dass sie singt. So trafen wir uns spontan im Studio. Als sie dann von London nach Berlin zog, wurde unsere Arbeit wie Freundschaft intensiver.

Derzeit gehen wir zusammen auf die Bühne, um unseren gemeinsamen Live-Act weiter zu perfektionieren.

Für nächstes Jahr ist ein Live-Album geplant, worauf ich mich sehr freue.

Alfred Heinrichs

Wird es zum Album auch noch Remixe von deinen Label-Kollegen geben?

Alfred Heinrichs: Nein, ich denke nicht. Ich stelle es mir sehr schwierig vor, solch persönliche Momente in meinem Leben zu remixen.

Du bist ja der Label-Chef vom Label „supdub“ und dem dazugehörigen Sublabel „moonplay“. Ihr entwickelt euch stetig weiter und habt neue Ideen: Angefangen vom Merchandising, über Video-Botschaften, bis hin zur eigenen App für Smartphones. Wie kann man sich die Labelarbeit generell vorstellen und woher nehmt ihr eure Ideen?

Alfred Heinrichs: Natürlich macht man über die Jahre im Musikbusiness seine Erfahrungen und bekommt immer wieder neue Denkanstösse. Ich denke, es ist sehr wichtig, sich als Label vielseitig zu präsentieren, um am Markt bestehen zu können. Zu einem Label gehört nicht mehr nur das Releasen von Musik. Den Fans ist es wichtig neben der Musik auch Einblicke hinter dem Vorhang zu bekommen. So kam die Idee mit den Interviews zu Stande. Wir wollen unseren Fans, die uns immer supporten, auch etwas zurückgeben und tiefere, persönliche Einblicke gewähren.

Zudem ist es auch wichtig, dass sich die Stamm-Künstler untereinander gut verstehen und dieses auch nach außen bspw. mit einer Tour zeigt. Die Künstler lernen sich untereinander besser kennen. Das schweißt zusammen und gibt Kraft. Die Labelarbeit an sich ist natürlich im Alltag auch des Öfteren sehr trocken und anstrengend, so muss man sich diversen bürokratischen Hürden etc. stellen. Wir sind mittlerweile ein starkes Team und sind stets bemüht, uns weiterzuentwickeln. Wenn man dann noch sieht, dass sich die harte Arbeit auszahlt, freut uns das natürlich sehr!

Wie kam es eigentlich dazu, dass du ein eigenes Label gegründet hast? Gab es hierfür einen bestimmten Auslöser? Hat sich dein Leben und deine Arbeit dadurch auch verändert?

Alfred Heinrichs: Sascha und ich haben damals als Duo Heinrichs & Hirtenfellner diverse Sachen produziert und an alle möglichen Labels verschickt. Leider wollte keiner unseren Stuff releasen. Wir waren jedoch von unseren Tracks überzeugt und so entstand damals die Idee, einfach ein eigenes Label zu gründen. Nach anfänglicher Euphorie und guten Verkaufszahlen, wurde uns jedoch auch schnell bewusst, dass man nicht einfach Musik releasen kann, sondern sich auch viel Papierkram stellen muss.

Sicherlich nimmt die Labelarbeit viel Zeit in Anspruch und nimmt mir somit die Zeit, die ich für das Produzieren eigentlich bräuchte. Jedoch hat man über die Jahre einen gewissen Workflow entwickelt und Sachen optimiert, sodass man dann wieder mehr Zeit für das Künstler-Dasein hat.

Alfred Heinrichs

Mittlerweile beherbergst du viele Künstler. Adler & Finn, Basti Pieper, Carlo Ruetz, Diaz & Parrée, Jens Lewandowski, Pieper & Kappetijn, Steven Beyer, René Bourgeois und The Chosen Two gehören dazu. Nach welchen Kriterien hast du „deine“ Künstler ausgewählt. Erzähl doch bitte mal ein bisschen aus dem Nähkästchen, wie zum Beispiel einige der Kontakte zustande kamen.

Alfred Heinrichs: In der Regel entsteht der erste Kontakt über das Wichtigste: die „Musik“ Anschließend folgt dann ein persönliches Treffen, denn mich interessiert genauso der Mensch hinter der Musik.

Mir ist es wichtig, dass man irgendwann eine freundschaftliche Ebene erreicht, weil es dann anfängt, richtig Spaß zu machen.

Derzeit habe ich ein Team um mich herum, welches ich mir immer erträumt habe. Ich bin stolz auf jeden Einzelnen und stehe hinter jedem zu 100 %.

Seit Ende Oktober bist du mit einigen anderen Künstlern aus dem Hause „moonplay“ auf der „me and my boys Tour“ unterwegs in Deutschland. Wie lief die Tour bisher und wird sie 2014 fortgesetzt?

Alfred Heinrichs: Die Tour war für uns ein voller Erfolg. Allein deswegen, weil endlich mal alle Jungs zum gleichen Zeitpunkt in einem Club waren.

Auch hier war mir wichtig, geschlossen zu zeigen, wer wir sind und um was es uns geht.

Des Weiteren war es toll zu sehen, wie unsere Crew noch mehr zusammengewachsen ist.

Deswegen freue ich mich auf die nächsten Stops 2014.

Welche Erfahrungen oder Erlebnisse haben dich in deiner bisherigen Zeit als Künstler besonders geprägt? Was war das Außergewöhnlichste, das dir je bei einem Auftritt passiert ist?

Alfred Heinrichs: Das prägendste Ereignis in diesem Jahr war der Kontakt zu Richie Hawtin und seine Einladung für Carlo Ruetz auf seiner .Enter Veranstaltung im Space auf Ibiza zu spielen.

An dieser Stelle freut man sich, das die ganze Arbeit fruchtet.

Für mich als Künstler gibt es fast jedes Wochenende eine interessante Geschichte zu erzählen, aber dazu müsstet ihr mein Tagebuch veröffentlichen :D

Alfred Heinrichs

Was war 2013 ein persönlicher Glücksmoment für dich? Welche positiven Erfahrungen nimmst du mit ins neue Jahr?

Alfred Heinrichs: Derzeit bin ich mit Allem zufrieden und ständig im Glück. Nichts desto trotz gibt es viel zu tun im nächsten Jahr. Noch mehr Musik, Tourstops, und weitere Ideen, die wir umsetzen wollen, stehen auf dem Programm. Getreu dem Motto: Wer rastet, der rostet!

Welche Veranstaltung(en) war(en) für dich dieses Jahr ein persönliches Highlight?

Alfred Heinrichs: Ein besonderes Highlight dieses Jahr war für mich die Live-Vorstellung des Albums „Lenz“ von mir und Sascha in der Hammerhalle des Sisyphos. Die Stimmung war phänomenal!

Was machst du, wenn du nicht gerade im Studio am Produzieren bist oder solo sowie mit deinen Boys auf Tour bist?

Alfred Heinrichs: Schlafen ;)

Welche Releases stehen 2014 an, oder irgendwelche neuen Projekte? Kannst du uns da schon etwas verraten?

Alfred Heinrichs: Nächstes Jahr gibt es eine „Moonplay-Compilation“ zur me and my boys Tour und dann noch ein neues Album mit Viviana Alvarez zusammen.

Doch vorerst werde ich im Januar in den Urlaub fahren und das Jahr 2013 nochmal Revue passieren lassen, sowie neue Kraft für 2014 schöpfen.

Das Interview führte Claudia Thiem.

Wir bedanken uns für das ausführliche Interview und wünschen dir viel Erfolg mit deinem Album sowie alles Gute für deine Pläne im Jahr 2014.

Über Claudi

Claudi wird euch ab sofort an ihrer Liebe zur Musik teilhaben lassen und euch des Öfteren mit wertvollen Informationen und Berichten auf dem Laufenden halten. Bereits im Jahr 2008 entfachte die große Leidenschaft zur elektronischen Musik, hervorgerufen durch befreundete DJs. Wenn sie nicht gerade hinter dem Schreibtisch sitzt und im Papierkrieg versinkt, dann vergnügt sie sich auf Partys, Veranstaltungen oder Festivals in diversen Städten. Eine bestimmte musikalische Richtung bevorzugt sie nicht. Egal ob treibende, kraftvolle Beats oder ein paar harmonische Melodien, sie mag Abwechslung, ist offen und entdeckt gerne neue Sachen.

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