andhim im Interview: „Wir bringen lieber eine Platte im Jahr raus, mit der wir richtig zufrieden sind, anstatt fünf Platten bei fünf Labels zu machen, die dann nur halb OK sind“

Simon und Tobias aka andhim sind aus der elektronischen Musikszene und Club- und Festivallandschaft nicht mehr wegzudenken. Und so freuen wir uns in diesem Sommer auf die „Click Clack„-Premiere der beiden. In Vorfreude auf den 12. Juli hatte ich am 12. Juni die Gelegenheit, Simon von andhim am Telefon zu löchern.

Dabei haben wir über das Click Click, generell über Clubs und Festivals, die „Rollercoaster“ EP, die Veröffentlichung eines Albums, den Essential Mix, ausgefallene Tournamen und Kampagnen und einige weitere Themen gesprochen.

Hinweis: Wir verlosen übrigens noch bis zum 6. Juli 5×1 Gästelistenplatz für das Click Clack (entweder im Blog kommentieren oder diesen FB-Post öffentlich teilen).

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Der Sommer steht vor der Tür, das Jahr 2015 ist fast zur Hälfte rum. Wenn man euren Tourkalender betrachtet, hat man den Eindruck, dass ihr noch mehr unterwegs seid als die Jahre zuvor. Ihr wart auffällig viel in den USA unterwegs. Was waren eure ganz besonderen Highlights bisher? Gibt es eine besondere Story, die ihr gern loswerden wollt?

Simon (andhim): Das stimmt, das ist dir richtig aufgefallen, wir sind sehr viel in Amerika. Fast alle 6 / 7 Wochen mittlerweile. Wir haben jetzt auch schon zwei große Touren gespielt dieses Jahr.

Ein Highlight in Sachsen ist das von der Showboxx veranstaltete Click Clack in Dresden am 12.07.2015. Wisst ihr ungefähr, was euch bei diesem Tages-Open-Air erwarten wird? Das Lineup in Form von euch, Pan-Pot, Magda, Mathias Kaden, Âme, David August, Niconé oder Gunjah verspricht ja schon im Vorfeld ein musikalisches Feuerwerk.

Simon (andhim): Das Lineup ist wirklich Wahnsinn. Das steht einem Berliner Lineup in überhaupt nix nach, sogar noch fetter als ein Berliner Lineup. Klar, wir kennen den Gunjah, der ist ein ganz, ganz lieber cooler Typ. Wir wissen auch, dass seine Events in der Region Tradition haben und richtig abgehen. Wir freuen uns natürlich, dass er uns eingeladen hat und wir freuen uns natürlich auch, dass wir ein Teil von diesem tollen Lineup sein können. Wir haben mega Bock drauf. Es ist das erste Mal für uns in der Showboxx. Wir waren mal privat da an einem Nachmittag und haben einen Cocktail getrunken. Und jetzt das erste Mal als Act. Es wird super. Besonders, weil wir auch in der Ecke gar nicht so oft auflegen. Da freuen wir uns schon sehr drauf.

Ihr war ja schon zwei mal in Dresden in einem anderen Club (Solidoor). Habt ihr generell irgendwelche Erwartungen an Dresden?

Simon (andhim): Ich denke, wenn das Wetter gut wird, wird das eine fantastische Party und ein ganz toller Tag werden. Wir haben über das Click Clack nur die besten Sachen gehört. Deshalb gehen wir mit totaler Vorfreude an die ganze Sache heran.

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Habt ihr einen persönlichen Lieblingsclub oder ein Festival, bei dem ihr sagt, hier kommen wir immer wieder gern hin?

Simon (andhim): Da gibt’s viele (lacht). Von Brown Alley in Melbourne in Australien, zu Verboten in New York, Warung in Brasilien. Das sind alles ganz tolle und prestigeträchtige Clubs, wo wir stolz darauf sind, dass wir da auflegen können und auch immer wieder gerne zurück kehren. Aber es sind ja oftmals nicht nur die Clubs, zu denen man gerne zurück kehrt, sondern auch die Promoter oder die Leute, die man in den Städten kennen gelernt hat oder die Städte selbst natürlich auch. Es gibt schon viele Orte in der Welt, wo wir gerne spielen und zurückkehren. Da möchte ich auch keinen benachteiligen, weil wir sind überall gern.

Time Warp dieses Jahr war natürlich auch ein ganz fantastisches Festival, wo wir sehr gern wieder zurück kommen würden im nächsten Jahr oder in den nächsten Jahren. Und Click Clack wird bestimmt auch bei uns sein, wo wir gern noch einmal zurück kommen.

Das hoffe ich für euch.

Simon (andhim): Bestimmt.

Time Warp kann ich auch bestätigen. Da war ich auch in diesem Jahr das erste Mal, es war top.

Simon (andhim): Ja, es war mega (schwärmt).

Jetzt hast du ja aus dem Ausland die Aushängeschilder teilweise aufgezählt, was ich nachvollziehen kann, also Warung in Brasilien oder Verboten in New York. Gibt es generell irgendwelche Unterschiede zu deutschen Clubs oder Festivals?

Simon (andhim): Nein, Deutschland ist einfach das Technoland nach wie vor. Die Menschen in den anderen Ländern oder die Clubbetreiber oder die Promoter, die bewundern ja auch unsere deutsche Clubszene. Für die ist es teilweise unvorstellbar, dass man einen Club bis 6, 7, 8, 9 Uhr öffnen kann. Oder wie im Berghain, dass es dann bis Montagmittag gehen kann. Wir lieben es ja auch total, in Deutschland zu spielen. Aber generell und das ist auch das Schöne an Techno oder an House-Musik, dass egal, wo man ist an welchem Fleck der Erde, dass die Leute immer gut drauf sind, immer ein Lächeln im Gesicht haben, Lust haben, gemeinsam eine schöne Party zu erleben.

Es gibt natürlich Unterschiede, aber im Grunde eint die komplette Szene auf der ganzen Welt, dass alle Spaß an der Musik haben, egal wo man ist. In Südamerika sind die Leute schon sehr leidenschaftlich oder emotional. Die freuen sich tierisch darüber, wenn ihr Lieblingsact dann da ist. Für die ist es auch etwas ganz besonderes, wenn DJs aus Deutschland kommen. Das ist das Schöne an der Szene. Überall verbindet die Musik die Menschen. Deshalb ist es auch überall toll.

Mit der „Rollercoaster“ EP veröffentlicht ihr Ende Juni mal wieder auf Monaberry, dem Label von Super Flu. Was kann man denn da musikalisch erwarten im Vergleich zu den letzten Releases?

Simon (andhim): Wir haben vier Tracks auf die EP gepackt. Wie der Name schon vermuten lässt, ist es tatsächlich eine musikalische Achterbahnfahrt. Es ist natürlich immer unser persönlicher andhim-Fingerprint zu hören. Es sind vier total unterschiedliche Lieder. „Mr. Bass“ ist das Lied, das wir mit Super Flu zusammen gemacht haben. Das ist ein richtiger Hands-Up-In-The-Air-Party-Hymnen-Dancefloor-Track. „Rollercoaster“ ist eher ein richtig groovender, treibender Track. „Cloys“ ist musikalischer, experimenteller. „Batu“, der kurze Track auf der Platte, ist eher ein Kunsttrack (lacht). Der folgt gar keinem großen Rhythmus, sondern ist einfach nur etwas zum Hören, etwas Künstlerisches, überhaupt nicht für den Dancefloor.

Wir hatten Anfang des Jahres die „Spayce“ EP mit „Spayce“ und „Domplatte“. Die war etwas experimenteller, deeper und düsterer. Die Platte ist wieder ein bisschen fröhlicher, für den Dancefloor, fürs schöne Wetter. Wir machen noch zwei Musikvideos dazu: Eins zu Mr. Bass zusammen mit Super Flu und ein Kurzfilm zu „Batu“. Der kommt dann aber erst im Juli raus. Eigentlich wollten wir zu „Rollercoaster“ auch noch ein Video machen. Haben wir auch gemacht. Sprich drei Videos zu einem Release. Aber das hat uns dann doch nicht mehr gefallen und jetzt bleibt es bei zwei.

Das muss auch mal erwähnt werden: Wir machen das ja alles selber. Da ist kein großes Label, was uns das alles bezahlt oder für uns macht. Sondern das machen wir mit unseren Leuten alles selber. Und natürlich machen wir das auch für die Leute draußen. Weil wir es einfach cool finden, wenn man irgendwie Videos daraus macht und sich Mühe gibt. Genauso wie mit dem Coverdesign. Das wird ein richtig tolles Release, da freuen wir uns schon richtig drauf.

Mir ist aufgefallen, es ist schon etwas länger her, dass ihr bei Monika Kruse auf Terminal M veröffentlicht habt. Hat das einen bestimmten Grund?

Simon (andhim): Eigentlich hat es keinen bestimmten Grund. Ein Grund, warum wir eh nicht so viel releasen, ist generell, weil wir eher langsam sind im Studio. Und dadurch, dass wir auch wirklich die ganze Zeit um die Welt touren, auch gar nicht so viel Zeit haben, um neue Sachen zu machen. Beziehungsweise fällt halt auch ganz viel hinten rüber wieder. Sprich wenn wir 10 Tracks anfangen im Studio, bleibt dann vielleicht einer mal übrig, wo wir sagen, OK der ist jetzt geil genug, um den rauszubringen. Das ist, glaube ich, einfach der Grund. Wenn wir irgendwas haben, was wieder passt und was cool ist, dann können wir sicher bei Moni auch wieder etwas rausbringen.

Eher weil ihr nicht die ganzen Tracks in der Schublade habt, sondern eher auf Qualität setzt?

Simon (andhim): Ja, genau. Wir bringen lieber eine Platte im Jahr raus, mit der wir richtig zufrieden sind, anstatt fünf Platten bei fünf Labels zu machen, die dann nur halb OK sind. Deshalb hat es sich einfach noch nicht ergeben. Aber wenn wir wieder neuen Stuff haben, kann es bestimmt sein, dass wir wieder etwas bei Terminal M machen.

Ich nehme an, ihr seid auch nicht die Flugzeug- oder Flughafen-Produzenten wie manch andere?

Simon (andhim): Ne, leider gar nicht. Ich bewunder das. Ich kenne auch viele Kollegen, die steigen in den Flieger und wenn sie landen, haben sie einen neuen Track fertig. Bei uns geht das nicht so schnell. Ich möchte jetzt nicht sagen, weil wir mehr Detailarbeit leisten. Aber wir brauchen das Studio als Umgebung und brauchen einfach die Zeit und die Ruhe. Wir sitzen einfach länger daran, werkeln auch lange daran rum.

Studio als Wohlfühloase sozusagen?

Simon (andhim): Ja genau, als kreativer Raum. Irgendwie weiß man dann ja auch, „jetzt bin ich hier, abgeschottet von der Außenwelt und jetzt kann ich mich hier reinbegeben in den ganzen Prozess.“

Die meisten Künstler wollen neben ihren EPs irgendwann ein Album veröffentlichen, um auch mal etwas musikalisch Anderes zu tun. Sprich: Weg von der Tanzfläche und vom typischen Clubsound. Fühlt ihr euch schon bereit für euer Debütalbum?

Simon (andhim): Wir fühlen uns schon lange bereit dazu. Wir brauchen einfach die Zeit, um unsere Tracks fertig zu machen. So ein Album ist ja auch immer eine Momentaufnahme. Im Prinzip müssten wir 10 / 11 Tracks am Stück machen, um diese Momentaufnahme zu haben. Bei uns ist es aber so, wenn ein Track von uns ein halbes Jahr auf dem Computer rumliegt und nix damit passiert, ist es in den meisten Fällen so, dass wir das schon gar nicht mehr cool finden oder uns schon weiter entwickelt haben und uns dagegen entscheiden. So ist es bei dem Album auch. Ich finde es schon wichtig für den Künstler und es ist auch toll und sicherlich wird ein Album auch irgendwann kommen. Dadurch, dass wir auch sehr viel Musikalität in unseren Remixen oder auf unseren Platten zeigen, versuchen wir auf jeden Fall den Leuten immer zu zeigen, hey wir können auch andere Sachen machen. Das sieht man auch bei der „Rollercoaster“ EP ganz schön. Man könnte fast sagen, es ist ein Mini-Album. Es sind vier total verschiedene Lieder, bei denen wir vier mal zeigen, wo die Reise hingehen kann. Trotzdem hört man bei allen vier Liedern, dass sie von uns sind. Einfach die Zeit, 10 bis 12 Lieder am Stück zu machen, die haben wir gerade noch nicht. Vielleicht klappt es ja irgendwie nächstes Jahr. Aber ich glaube, da müssten wir uns einfach wirklich 3 / 4 Monate frei nehmen, um das zu machen und das wollen wir gerade nicht. Deshalb bringen wir EPs raus. Wie ich eben schon meinte, dann hat man wenigstens die Zeit, jedes Release so zu behandeln, als ob es ein Album wäre. Das machen wir tatsächlich immer. Wir machen zu jeder EP, die wir rausbringen, mindestens ein Video, machen unsere Cover und machen eine Tour drum herum. Für uns selber wäre es natürlich toll, ein Album irgendwann zu haben. Wir geben unser Bestes.

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In der Nacht von Freitag (05.06.2015) zu Samstag (06.06.2015) lief euer gelungener Essential Mix auf BBC Radio 1. Man hört ja immer wieder, dass es einem Ritterschlag gleicht, wenn man als Künstler einen Essential Mix abliefern darf. Welchen Stellenwert hat der Mix für euch?

Simon (andhim): Das war dasselbe. Als wir gehört haben, dass wir die Möglichkeit dazu haben, den Mix zu machen, waren wir natürlich total glücklich und haben uns geehrt gefühlt. Das war toll. Wir wissen, was für eine Möglichkeit uns geboten wird, den Mix oder uns in diese Hall of Fame der Essential-DJs stellen zu können. Gleichzeitig war es aber auch total der Horror, weil da so ein Druck auf einem lastete, etwas total Besonderes für die Ewigkeit abzuliefern. Wir haben uns sehr schwer getan mit dem Mix. Es ist eine Ehre gewesen, den zu machen. Wir sind jetzt im Nachhinein auch relativ zufrieden mit dem Ergebnis. Aber der Prozess, den Mix zu machen, war der absolute Horror. Richtig der Hammer (lacht) Nein, so schlimm war es nicht. Aber man denkt dann natürlich, oh Gott, oh Gott, man muss jetzt die Welt verändern mit dem, was man macht und geht viel zu verkopft ran. Eigentlich müsste man sich hinstellen und freestylen und ein cooles Set aufnehmen. Aber da macht man sich so viele Gedanken. Im Endeffekt wird man den Ehren nicht gerecht. Aber wir sind schon zufrieden. Vor allem das Intro wird wahrscheinlich schon etwas für die Ewigkeit sein. Das gab’s beim Essential Mix so noch nicht. Das haben die auch vom BBC ganz schön gefeiert. Die meinten, das wäre auf jeden Fall das duftigste Intro, was es je gab. Das will schon mal etwas heißen nach 20 Jahren Essential Mix.

Wie kann man sich denn das zeitlich vorstellen, wie viele Wochen vorher bekommt man Bescheid?

Simon (andhim): Wir haben das eine Woche vorher erst verkündet. Die haben uns Anfang März Bescheid gesagt und meinten, hey Anfang Juni könnt ihr einen Essential Mix raus hauen. Man hat da schon 2 / 3 Monate Zeit dafür gehabt.

Die Trackauswahl fiel euch dann auch relativ einfach?

Simon (andhim): Wie ich eben schon gesagt habe, das war ein ganz schöner Krampf. Du musst dann überlegen: Was willst du mit dem Mix sagen? Wie willst du dich selber als Künstler präsentieren? Kann der Mix auch noch in 5 oder 10 Jahren geil sein? Ist der zeitlos genug? Und dann musst du dir halt überlegen: Wie kannst du das schaffen, dich selber gut darzustellen? Aber auch den Mix zeitlos werden zu lassen, möglichst viele Leute davon zu überzeugen, dass der gut ist. Das ist schon nicht so easy. Ich finde, das ist uns eigentlich ganz gut gelungen. Der Mix baut sich sehr langsam auf, wird dann housiger, dann gibt es eine kleine historische Referenz mit elektrolastigeren Sachen bis hinzu Aphex Twin. Die zweite Stunde ist uns sehr leicht gefallen, weil das unseren Clubsound widerspiegelt, so wie wir auch im Clubs spielen. Wir haben sehr viele eigene Produktionen reingepackt, das war uns auch wichtig. Aber nicht die offensichtlichen Sachen wie „Hausch“ oder „Wine & Chocolates“, die haben wir ja gar nicht genommen. Sondern eher Remixe, die wir gemacht haben, die gar nicht so bekannt sind bei den Leuten. Wir haben einfach versucht, ein rundes Paket zu schnüren. Bisher ist die Resonanz sehr gut.

Ist euch auf jeden Fall gelungen. Kriegt man dann auch direkt von befreundeten Künstlern eine Kurznachricht „Habt ihr geil gemacht“?

Simon (andhim): Das gab es auf jeden Fall. Wir laden den nächste Woche auf unseren eigenen Soundcloud-Seite hoch und bewerben das dann noch einmal stärker. Dann wird wahrscheinlich noch mehr kommen. Wir haben von vielen Künstlern, deren Tracks wir drauf genommen haben, Nachrichten bekommen. Die meinten, ey geil , cool, dass ihr uns mit drauf gepackt habt. Das hat uns sehr gefreut.

Es ist wie gesagt eine große Sache, auch wenn es zum Beispiel in Deutschland vielleicht gar nicht so viele Leute kennen. Aber in England oder im Rest der Welt sind die Leute mit dem Mix aufgewachsen. Ist schon toll, dabei zu sein.

Ich habe gelesen, dass der Essential Mix die größte Reichweite einer Radioshow weltweit hat.

Simon (andhim): Ja, ich kenne auch gar nicht genaue Zahlen. Aber es ist schon Wahnsinn. Ich will da jetzt nix falsches sagen.

Jedes Jahr hält ja so seine Überraschungen bereit, was Tracks und auch Künstler betrifft. Habt ihr einen Geheimtipp, den man auf der Uhr haben sollte?

Simon (andhim): Da gibt’s zwei, von denen ich viele Lieder spiele. Das ist einmal Kevin Over, der ist auch mit auf unserem Essential Mix drauf mit dem Lied „Basic Cut“. Der andere ist Emanuel Satie. Den haben wir jetzt auch für unsere „andhim and friends“-Party nächsten Monat gebucht. Die beiden Künstler finde ich gerade richtig toll und spiele ich auch super viel. Sind auch zwei Deutsche und sind beide noch recht jung. Also ich weiß jetzt nicht, so jung jetzt auch nicht, aber so Mitte 20 oder so. Ja, da geht auf jeden Fall etwas, da bin ich mir ganz sicher. Die werden bestimmt erfolgreich werden beide.

Dann werde ich beide auch mal im Auge behalten. Es ist ja wirklich relativ schwer, immer alle Künstler im Auge zu behalten bei der Flut an Releases monatlich oder wöchentlich.

Simon (andhim): Ja, das ist schwierig.

Es ist ja nix Neues, dass ihr euch für keinen Spaß zu schade seid und mit eurer positiv verrückten, ehrlichen und sympathischen Art bei den Leuten gut ankommt. Eckt ihr mit eurer Art auch manchmal an?

Simon (andhim): Och, selten ehrlich gesagt. Wie du schon sagst, wir verstellen uns auch gar nicht großartig, oder sagen, wir müssen jetzt etwas total Lustiges machen. So sind wir halt einfach drauf, so wollen wir uns auch präsentieren. Ich meine, das, was wir nach außen hin, diese Leichtigkeit und dieses Lustige, präsentieren, spiegelt sich in der Musik. Unsere Musik ist schon ernsthaft. Sie ist mit Mühe und mit viel Liebe zum Detail gemacht. Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn man da jetzt irgendwie… ich sage immer so, wenn man keine Pressefotos hat, die schwarz-weiß sind und wo man sich am Hinterkopf kratzt (lacht). Es kann alles schon lockerer sein. Bisher sind wir noch nicht öffentlich angeeckt. Es kann ja immer sein, dass da Leute sind, die das nicht so feiern oder cool finden. Das einzige, was mal war, als wir dieses Interview-Video in der Badewanne gemacht haben vor ein paar Jahren. Kennst du das?

Ja, das hat für Diskussionsstoff gesorgt.

Simon (andhim): (lacht) Zu 98 % kam das total gut an. Die Leute haben das mega gefeiert. Es gab aber auch Leute, die gesagt haben: „Scheiß Schwuchteln, ekelhaft.“ Das kann man gar nicht ernst nehmen. Wer so doof ist. Das war eine schöne, natürliche Auslese der Fans. Die haben sich entweder von selbst verabschiedet oder wir haben die gelöscht.

Zeigt aber auch die Toleranz von manchen Leuten.

Simon (andhim): Ja, eben absolut. Wir machen so weiter, wie wir lustig sind (lacht).

Ihr kommt ja auch immer auf sehr ausgefallene Tournamen oder Kampagnen. Zum Beispiel, eure USA-Tour im September 2014 war das, wo ihr auf einer Wurst geflogen seid. Wie kommt ihr denn auf die Ideen?

Simon (andhim): (lacht) Es ist echt nicht so, dass wir hier krampfhaft sitzen und versuchen, ein tolles Marketing-Konzept abzuliefern. Sondern wir sitzen einfach wie alle Kumpels zusammen und spinnen so ein bisschen rum. Dann kommt halt eins zum anderen. Dann sagt einer, ey Alter, wie wäre es, wenn wir ein Video machen, wo wir auf einer Wurst in die USA fliegen (lacht). Dann spinnt sich das immer weiter. Dann entwickelt man eine Story und sucht sich jemanden, der es umsetzen kann. Schon ist es passiert. Das sind wirklich Impulse, das passiert ganz natürlich und spontan. Genauso, wie du wahrscheinlich mit deinen Freunden sitzt und ihr euch irgendein Quatsch überlegt oder irgendwelche Spinnereien durchgeht. Genauso ist es bei uns auch. Nur, dass wir es dann im besten Fall umsetzen. Wir haben noch so viele Tausend andere Ideen, die wir aber gar nicht umsetzen. Wenn wir die Zeit dafür hätten, dann wäre das auf jeden Fall krank.

Was können wir 2015 sonst Verrücktes rund um das Duo andhim erwarten? Gibt es schon Pläne?

Simon (andhim): Am 25. Juni kommt die „Rollercoaster“ EP mit zwei ganz neuen Videos. Dann touren wir natürlich ultra viel durch die Gegend. Sind auch ganz viel in Deutschland und auch auf ganz vielen tollen Festivals in Deutschland. Aber auch überall sonst in der Welt. Dann sind wir auf Ibiza relativ häufig. Auch so 7 / 8 Mal. Dann haben wir gerade einen Remix fertig gemacht für WhoMadeWho. Weiß ich aber nicht genau, wann der rauskommt. Dann haben wir einen Remix fertig gemacht für Groove Armada, der im Juli rauskommt. Dann hoffen wir einfach, also was heißt hoffen: Wir werden ganz bestimmt noch eine EP zum Herbst hin machen, also September / Oktober rum. Dann ist das Jahr schon wieder rum.

So schnell geht es.

Simon (andhim): Ja, auf jeden Fall.

Ich hoffe ja insgeheim, dass ihr euren tollen Kalender wieder herstellt.

Simon (andhim): Den Kalender machen wir ganz bestimmt wieder (lacht). Das hat uns riesen Spaß gemacht letztes Jahr und kam auch total gut an. Das waren nur geringe Stückzahlen, aber irgendwie freut uns das natürlich, wenn in irgendwelchen Büros unser Kalender hängt, oder in der Küche bei irgendwem. Und dann haben wir seit April unseren Shop: andhim-shop.com, wo man endlich nach all den Jahren auch T-Shirts und Pullis von uns kaufen kann. Wir haben auch noch ein paar lustige Ideen für dieses Jahr. Es wird neben T-Shirts und Pullis noch andere lustige Sachen geben. Wir müssen uns immer ein bisschen bremsen, weil wir auch immer paar fantastische Ideen haben. Aber man muss auch gucken, ob das überhaupt irgendwer kauft. Aber genau, dann wird es auch noch coole Sachen geben. Und den Kalender gibt es bestimmt auch. Da bin ich mir sicher. Vielleicht mit ein bisschen heißeren Fotos drauf. Vielleicht ein bisschen mehr Haut zeigen diesmal, um dem Pirelli-Kalender Konkurrenz zu machen (lacht).

Das Interview führte Philipp Elzner.

Wir bedanken uns ganz herzlich für das ausführliche Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg.

Über Philipp

Philipp, der wohl größte Pan-Pot Fan auf Erden, ist das Herz und die Seele von replay – um nicht zu sagen: Philipp ist replay, wenn er nicht gerade als Webdesigner arbeitet. In vielen Beiträgen und musikalischen Schmankerln lässt Philipp euch an seiner Liebe zur Musik und nicht zuletzt an seiner musikalischen Entwicklung teilhaben. Im Moment öffnet er immer wieder gern die Schubladen Deep House, Tech House und Techno. Und dies macht er in jeder freien Minute, die sich finden lässt - mit jeder Menge Einsatz und Engagement, mit unglaublich viel Liebe zum Detail und einer LKW-Ladung Herzblut. Um euch weiterhin qualitativ hochwertige Einblicke in die Welt der elektronischen Tanzmusik zu liefern, ist Philipp für euch immer wieder ganz vorn dabei.

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