Bebetta – Herr Kapellmeister

Bebetta - Herr Kapellmeister

Bebetta ist für mich schon lange ein Name, der für einen steilen Aufstieg und guten Musikgeschmack steht. Sie hat erst 2008 mit dem Auflegen begonnen, 2009 sogar den Tresor Newcomer-Award gewonnen und seitdem unzählige Gigs gespielt – mit Erfolg. Nun steht die erste eigene Produktion „Herr Kapellmeister“ in den Startlöchern, bei der Bebetta auch wieder ein gutes Händchen bewies. Natürlich zuerst auf Vinyl und ca. zwei Wochen später auch als MP3-Version. In unserem Kurzinterview spricht Bebetta über ihren allerersten Release, ihren steilen Aufstieg und warum sie auf Vinyl schwört.

„Herr Kapellmeister“ besteht aus einer live eingespielten Tuba, Samples einer verstaubten Platte der 30er Jahre sowie den in Ableton produzierten Beats. Um den Sound des Tracks zu visualisieren, gibt es von Bebetta einen handgezeichneten Kapellmeister samt Kapelle. Das Gesamtpaket beinhaltet neben dem Originaltrack vier Remixe von Beatamines, Serwo Schamutzki & Kosta Aldente, Glanz & Ledwa sowie Bjoern Nafe.

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Hallo Anika. Du bist in der Musikszene besser als „Bebetta“ bekannt? Wie kam es zu deinem Künstlernamen?

Bebetta: Ein kreativer WG-Abend war Schuld. Nach vielen Stunden bunter Wortkreationen entstand zunächst Bebetta Beta. Es könnte vielleicht aus dem Englischen „be better beta“ stammen, aber zu viele konfuse Gedankengänge prägten den Abend, so dass die genaue Herleitung leider nicht mehr nachvollziehbar ist. Im ersten DJ Jahr zog ich also zunächst als „Bebetta Beta“ durch die Nacht, bis „Beta“ und ich uns 2009 Lebewohl sagten.

Du hast erst 2008 mit dem Auflegen begonnen und 2009 den Tresor Newcomer-Award gewonnen. Seitdem ging es für dich steil bergauf. Im Raveline Jahrespoll wurdest du in der Kategorie „Durchstarter 2011“ sogar auf Platz 5 gewählt. Wie fühlt sich das an? Bist du zufrieden, wie sich alles entwickelt hat?

Bebetta: Mit den Platzierungen hatte ich gar nicht gerechnet. So ein schönes Feedback motiviert mich natürlich und es fühlt sich gut an! Schließlich wäre das ohne diesen Support alles nicht möglich. Dafür bin ich sehr dankbar!

Die digitale Technik bestimmt im DJ-Alltag immer mehr das Geschehen. Warum hast du dich gerade für das Auflegen mit Vinyl entschieden?

Bebetta: Man sollte sich nicht zu sehr vom Technikwahnsinn blenden lassen! Vielmehr zählt die Kreativität und Qualität der Arbeit. Ob der Workflow besser mit analogen oder digitalen Mitteln bedient wird, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ich bevorzuge Vinyl, weil der Sound einer Platte unschlagbar ist. Ich liebe ihren Geruch, das Eingreifen in die Musik und freue mich immer wieder über ein schönes Cover-Artwork!

Die digitale Welt bietet zwar mehr Effektmöglichkeiten, aber die brauche ich nicht. Ich möchte keine Tracks manipulieren. Bevor ich Lieder mit Effekten zerhacke und künstliche Breaks kreiere, setze ich mich lieber ins Studio und produziere eigene Musik.

Meine Entscheidung für das Auflegen mit Vinyl hat mich sicherlich auch sehr stark in meiner DJ-Laufbahn voran gebracht. Schließlich ist man als reiner Vinyl-DJ schon eine Seltenheit, was die Aufmerksamkeit einiger Veranstalter erregt.

Könntest du dir vorstellen, selbst irgendwann einmal von der Vinyl zur digitalen Technik zu wechseln?

Bebetta: Um frisch produzierte Tracks aus dem Studio vor Publikum zu testen, führt kein Weg an der digitalen Technik vorbei. Zudem gibt es viele gute Lieder, die leider nur digital veröffentlicht werden. Deshalb kann es schon sein, dass man mich in Zukunft sicherlich auch ab und zu mit einer CD in der Hand sehen wird. Mein Hauptfokus bleibt aber weiterhin bei der Vinyl!

Neben dem Auflegen arbeitest du auch seit 2011 fleißig an deinen eigenen Produktionen. Hattest du eine innere Stimme, die dich dazu bewegt hat, oder wie kam es dazu?

Bebetta: Ja, die innere Stimme und die Ideen für eigene Tracks wurden immer lauter. Allerdings waren die äußeren Stimmen mindestens genauso laut. Schließlich gehört es heutzutage ja irgendwie zu einem DJ dazu, dass man eigene Tracks produziert.

Bebetta

Deine Debüt-EP „Herr Kapellmeister“ steht in den Startlöchern und erscheint im Mai auf dem Label Damm Records. Welche Bedeutung hat der Name der Single?

Bebetta: Die im Track verwendeten Vocal-Samples aus den 30er Jahren gaben Anlass zu dem Tracknamen. Davon abgesehen fühle ich mich im Studio manchmal auch wie ein Kapellmeister.

Viele namhafte Künstler wie z.B. Paco Osuna, Slam, Timo Maas, Hanne & Lore, René Bourgeois, Oliver Schores uvm. unterstützen deine Debüt-EP „Herr Kapellmeister“. Gibt das Auftrieb im DJ- und Produktionsalltag, gerade wenn man Newcomer ist?

Bebetta: Es ehrt mich natürlich, wenn Künstler meine Arbeit schätzen, doch die härteste Jury ist das Publikum und die gilt es zu überzeugen. Schließlich sind sie diejenigen, die Spaß haben sollen.

Warum hast du dich entschieden, auf dem Label Damm Records zu veröffentlichen? Du hattest mit Sicherheit auch andere Anfragen.

Bebetta: Damm Records legt Wert auf Vinylreleases und hat mich von Anfang an in meiner Plattenkiste begleitet. Zudem bin ich dem Label sehr dankbar, dass es mir Freiraum für eigene Ideen gelassen hat, so dass ich mein eigenes Cover gestalten konnte.

„Herr Kapellmeister“ ist deine erste Veröffentlichung. Hast du schon Pläne, wie es weiter geht?

Bebetta: Im Moment wird schon fleißig an weiteren Tracks geschraubt und es gibt einige Remixanfragen. In Zukunft möchte ich gerne gemeinsam mit meinen Studiokollegen und Freunden Le Palf sowie Serwo Schamutzki & Kosta Aldente ein Live-Set auf die Beine Stellen. Dies wird aber mit Sicherheit noch ein wenig dauern.

Über Philipp

Philipp, der wohl größte Pan-Pot Fan auf Erden, ist das Herz und die Seele von replay – um nicht zu sagen: Philipp ist replay, wenn er nicht gerade als Webdesigner arbeitet. In vielen Beiträgen und musikalischen Schmankerln lässt Philipp euch an seiner Liebe zur Musik und nicht zuletzt an seiner musikalischen Entwicklung teilhaben. Im Moment öffnet er immer wieder gern die Schubladen Deep House, Tech House und Techno. Und dies macht er in jeder freien Minute, die sich finden lässt - mit jeder Menge Einsatz und Engagement, mit unglaublich viel Liebe zum Detail und einer LKW-Ladung Herzblut. Um euch weiterhin qualitativ hochwertige Einblicke in die Welt der elektronischen Tanzmusik zu liefern, ist Philipp für euch immer wieder ganz vorn dabei.

2 Gedanken zu „Bebetta – Herr Kapellmeister

  1. Martin Gonzo schreibt:

    1

    Wünsche Anika echt nur das beste.Ich bin seit Anfang an ein Fan und ich bin echt stolz auf sie und ihrem Erfolg.Mach weiter so und weiterhin alles gute.:-)

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