Daft Punk – Random Access Memories

Dieser Tage erscheint das wohl am meisten erwartete und polarisierende Album des Jahres: Random Access Memories von Daft Punk. Dem einen gefällt es, dem anderen ganz und gar nicht. Für mich trifft letzteres zu. Nachdem ich vom Vorboten „Get Lucky“ dermaßen begeistert war, bin ich vom Album enttäuscht.

Aber alles der Reihe nach. Seit vielen Wochen wurden uns im Zusammenhang mit dem neuen Album „Random Access Memories“ immer wieder einzelne Informations-Häppchen vorgeworfen. Geheimniskrämerei wurde ganz groß geschrieben, die Gerüchteküche brodelte permanent – schon recht penetrant würde ich es bezeichnen. Daft Punk setzten auf klassisches Marketing (große Plakate, TV-Spots) aus der Zeit vor dem Internet und verzichteten auf Onlinewerbung. Wenn es neue Informationen gab, dann haben die sich viral sehr schnell verbreitet. Der Hype wurde durch viele (Online-)Medien und inbesondere die sozialen Netzwerke ins Internet getragen. Das Ganze hatte schon Apple ähnlichen Charakter, wenn die Welt ein neues Produkt sehnsüchtig erwartet.

Diese Woche konnte man dann auf iTunes die 13 Tracks des Albums (die kompletten 74 Minuten) durchhören. Schnell war klar, dass Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter die Musik nicht neu erfunden haben. Enttäuschung und Langeweile machte sich schon nach dem ersten Hören bei mir breit. Keine Glückshormone. Immer wieder ist von den tollen Kollaborationen zu lesen, oder dass sich der Entstehungsprozess über fünf Jahre hingezogen hat und auch alle Instrumente von Musikern eingespielt wurden.

„Über hundert Leute haben an dieser Platte gearbeitet, es hat fünf Jahre gedauert, um sie fertigzustellen.“ (Thomas Bangalter)

All das sind Infos, die den 0815-iTunes-Musikkäufer vermutlich überhaupt nicht interessieren. Ob das Album nun zwei, drei, oder zehn Jahre gedauert hat, es ist ihm völlig Wurst. Danke für die Preview, Daft Punk: Ich habe dadurch einige Euros sparen können, indem ich mir „Random Access Memories“ nun doch nicht kaufe (geplant war die Vinyl). Ich bin ziemlich enttäuscht von einem derart in den Himmel gelobten Album, um das ein extremer Hype entstanden ist, der seinesgleichen sucht. Ich bin gespannt, wie viele andere Musikbegeisterte darüber denken.

Trackliste

1. „Give Life Back to Music“ (featuring Nile Rodgers)
2. „The Game of Love“
3. „Giorgio by Moroder“ (featuring Giorgio Moroder)
4. „Within“ (featuring Chilly Gonzales)
5. „Instant Crush“ (featuring Julian Casablancas)
6. „Lose Yourself to Dance“ (featuring Pharrell Williams and Nile Rodgers)
7. „Touch“ (featuring Paul Williams)
8. „Get Lucky“ (featuring Pharrell Williams and Nile Rodgers)
9. „Beyond“
10. „Motherboard“
11. „Fragments of Time“ (featuring Todd Edwards)
12. „Doin’ It Right“ (featuring Panda Bear)
13. „Contact“ (featuring DJ Falcon)

Daft Punk - Random Access Memories

Über Philipp

Philipp, der wohl größte Pan-Pot Fan auf Erden, ist das Herz und die Seele von replay – um nicht zu sagen: Philipp ist replay, wenn er nicht gerade als Webdesigner arbeitet. In vielen Beiträgen und musikalischen Schmankerln lässt Philipp euch an seiner Liebe zur Musik und nicht zuletzt an seiner musikalischen Entwicklung teilhaben. Im Moment öffnet er immer wieder gern die Schubladen Deep House, Tech House und Techno. Und dies macht er in jeder freien Minute, die sich finden lässt - mit jeder Menge Einsatz und Engagement, mit unglaublich viel Liebe zum Detail und einer LKW-Ladung Herzblut. Um euch weiterhin qualitativ hochwertige Einblicke in die Welt der elektronischen Tanzmusik zu liefern, ist Philipp für euch immer wieder ganz vorn dabei.

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