HBF? Hauptbahnhof? Nee… Helene Beach Festival (in brandenburgischer Amtssprache)!

25.-28.07.2013 – Helene Beach Festival – Helenesee, Frankfurt (Oder)

Am letzten Juliwochenende fand zum dritten Mal das mittlerweile größte Festival Brandenburgs statt: Das Helene Beach Festival. Eine knapp 300 Kilometer lange Fahrt führte nach „janz weit draußen“ irgendwo ins Nirgendwo und offenbarte vorerst „nüscht als Jejend“ (nur Gelände, Wald und Wiese).

HBF? Hauptbahnhof? Nee... Helene Beach Festival (in brandenburgischer Amtssprache)!

Am Ziel angekommen, eröffnete sich meinen Augen ein kleines Paradies aus Sommer, Sonne und Strand. Neben mir und Claudi fanden über 20.000 Feierwütige ihren Weg an den Helenesee, unweit von Frankfurt a. d. Oder, der mit dem größten Binnenseesandstrand Europas zum Planschen und bei den vorherrschenden Temperaturen zum Abkühlen einlud. Wo sonst ein idyllisches Fleckchen Erde für pure Erholung sorgt, zauberte die Helene-Beach-Crew ein großartiges Festivalgelände herbei und hatte das musikalische Rahmenprogramm, Urlaubsstimmung und feinstes Sommerwetter gleich mit im Gepäck.

HBF? Hauptbahnhof? Nee... Helene Beach Festival (in brandenburgischer Amtssprache)!

Für knapp 60 € im VVK wurde den Festivalbesuchern vier Tage musikalische Unterhaltung auf sechs verschiedenen, liebevoll dekorierten und beleuchteten Areas geboten. Das Zelten nahe des Sees und des Festivalgeländes war natürlich im Preis inbegriffen. Betrachtet man das Lineup, so lässt sich über den Preis alles andere als meckern. Der Veranstalter hatte allein 300.000 Euro in die Hand genommen und gegen zahlreiche Musiker unterschiedlichster Genres eingetauscht.

Zu den Headlinern zählten Marteria, Mia, Madsen, Die Orsons, Max Herre und Techno-Papa Sven Väth. Für Massenwanderungen sorgte vor allem Marek Hemmann, der einige seiner altbekannten Songs zum Besten gab und das Feiervolk geradewegs magnetisiert anzog. Die Liste der Künstler, die ich mir unbedingt anschauen wollte, war wie immer lang: Jen & Berry’s, Andhim, Hanne & Lore, Ellen Allien, Sis, Rene Bourgeois, DJ Koze, Monkey Safari, Jens Bond, Daniel Dreier, Sven Väth, Andy Kohlmann, Michael Nielebock und die Acts des Katermukke-Showcases mit Dirty Doering, Marcus Meinhardt, Nu und Britta Arnold. Bis auf ein paar wenige Ausnahmen konnte ich mich auch an den vorab gesteckten Plan halten und überall mal vorbei „kiek’n“.

Neben vielen hochkarätigen Acts war aber letztendlich für jeden Liebhaber etwas dabei. So sprach das Festival ein breites, gut durchmischtes Publikum an. Auf den vier Hauptareas wurden vor allem Freitag und Samstag die Membranen ordentlich in Schwingung gebracht. Die getgoods-Stage war die mit Abstand größte Bühne von allen und bot den Mainacts Raum zur freien künstlerischen Entfaltung.

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Platz zur Entfaltung blieb auch den Besuchern. Die Gefahr, seine Füße platt getrampelt oder einen Klaustrophobieanfall zu bekommen, war – trotz ausverkauftem Festival – ziemlich gering. Prädikat: sehr angenehm. Die Kamea- und Vollton-Stage, sowie der Laguna Beach befanden sich direkt am Strand. Wer wollte, konnte sich also auch nachts in die „Kleine Ostsee“, wie der Helenesee liebevoll genannt wird, stürzen und die Musik mit Kühlung von unten genießen – oder mit dem Beat einfach um die Wette schwimmen.

HBF? Hauptbahnhof? Nee... Helene Beach Festival (in brandenburgischer Amtssprache)!

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Obwohl das Festival offiziell erst am Freitagabend eröffnet wurde, konnte man sich bereits am Donnerstag musikalisch einstimmen. Am Sonntag sorgte dann der Katermukke-Showcase für einen wirklich krönenden Abschluss. Besonders positiv fiel die verbaute Technik auf, welche mit bester Klangqualität die Massen in Bewegung versetzte. Schon der Soundcheck am Donnerstag, der wie ein riesiger Föhn über das Gelände pustete, ließ Großes vermuten. Die Erwartungen hinsichtlich der Klangqualität wurden jedenfalls keineswegs enttäuscht.

Was lässt sich noch zum Festival sagen? Die Getränkepreise waren fair, die Mädels und Jungs an der Bar flink, die Auswahl an Speisen groß (Flammkuchen, Gemüse im Bierteig, Döner, Hamburger, gefülltes Brot, Steak, Asiatisches, Pasta, Pizza, Salat,…), sanitäre Anlagen ok. Nur der Weg dort hin war ohne (idiotensichere) Hinweisschilder anfänglich etwas verwirrend. Es wurden ausreichend Parkflächen zur Verfügung gestellt. Gecampt wurde glasfrei unter Bäumen. Der „Daft-Punk-Get-Lucky-Zähler“ schnellte über das Wochenende von 0 auf 9 nach oben. Festivalbesucher sangen eine brandenburgische Hymne („Allee, Allee, Allee, Allee, Allee, eine Straße, viele Bäume, ja das ist eine Alleeeeeeee“). Allgemein war das Helene Beach Festival gut organisiert und ein musikalischer Kurzurlaub inmitten eines Naherholungsgebietes, wo das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte. Insbesondere durch die Vielfalt mit ihrem Flug durch die verschiedenen Musikgenres konnte wohl jeder der Anwesenden zufrieden nach Hause gehen.

Über Anne

Anne, Schwafeltante aus Leidenschaft, stürzt sich immer wieder gern quietschvergnügt in die erste Reihe vor die Bassboxen der Städte, um sich beste elektronische Klänge um die Ohren wehen zu lassen. Dabei mag sie vor allem alles, was den Körper von ganz allein bewegt und ordentlich knallt. Es dauert keine Sekunde, bis das aufgeweckte Bündel sich bei guter elektronischer Tanzmusik zum springenden Flummi verwandelt. In ihrem Plattenschrank – die Laptop-Playlist – finden sich vor allem die Genres Dubstep, Techno und Tech House. Zur Zeit laufen Barnt, Gesaffelstein, Karotte und Adam Beyer auf Hochtouren über den Player.

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