Niconé im Interview: „Und für alle, die nicht tanzen können oder zu schüchtern sind, sollten einfach zu Hause, im Auto, in der Bar oder im Bett ihren Kopf zum Beat nicken“

Niconé, mit bürgerlichem Name Alexander Gerlach, hat am 27. September diesen Jahres sein erstes Soloalbum mit dem Titel „Let Love Begin“ auf dem Berliner Label Stil vor Talent veröffentlicht. In den letzten Jahren verschaffte sich Alexander Gerlach einen großen Namen in der deutschen und internationalen elektronischen Musikszene. Der gelernte Grafikdesigner ist allerdings nicht nur für sein großes Talent als DJ bekannt. Wir haben mit ihm über sein erstes Niconé-Soloalbum und ein paar private und allgemeine Dinge des Lebens gesprochen.

Niconé

„Let Love Begin“ ist der Titel des Albums. Was möchtest du damit ausdrücken und wie lange hast du daran gearbeitet?

Niconé: Was möchte ich damit ausdrücken? Tatsächlich ist es so, dass ich vor allem mit diesen Tracks Leute auf den Dancefloor locken und diese zum ekstatischen Tanzen bringen möchte. Und für alle, die nicht tanzen können oder zu schüchtern sind, sollten einfach zu Hause, im Auto, in der Bar oder im Bett ihren Kopf zum Beat nicken. Das Album habe ich relativ schnell produziert, da ich einige Ideen im Kopf hatte, die endlich raus mussten und ich eine Deadline im Nacken hatte, welche mir aber immer ganz gut geholfen hat und mich zu Entscheidungen drang, welche ich sonst immer aufschiebe.

Beim Betrachten der Trackliste und Hören der Titel kann man einige Kollaborationen entdecken. Unter anderem auch mit deinen bisherigen musikalischen Partnern Sascha Braemer, Gunjah oder Narra. Ganz solo sollte es wohl doch nicht sein?

Niconé: Da ich auf Vocals stehe, also Gesang, macht es natürlich Sinn für mich Features, also Sänger mit ins Boot zu holen. Diesmal Malonda, Narra und Yvy, die ihre Aufgabe wundervoll realisiert haben. Zum Zweiten kommt dazu, dass ich mit Sascha und Gunjah gut zusammen arbeiten kann und ein Zweitkoch, wenn man ihn kennt, verdirbt nicht den Brei!

Warum erschien „Let Love Begin“ auf Stil vor Talent und nicht auf einem anderen Label wie zum Beispiel Dantze?

Niconé: Warum nicht?! Oli releaste ja schon sehr erfolgreich unser Niconé & Sascha Braemer ‚Romantic Thrills’ Album: why change a winning team?

Wie kann man sich deine Arbeit im Studio vorstellen? Gibt es da bestimmte Angewohnheiten oder Abläufe?

Niconé: Die schlimmste Angewohnheit ist, dass ich Schlafstörungen habe, weshalb ich immer schon frühmorgens im Studio sitze, wenn es noch dunkel ist, und schlaftrunken Musik mache! Ansonsten, klar, produziere ich nackt und trinke viel Kaffee wie jeder!

Gibt es für dich ein Lieblingsprojekt, sprich eines, was dir ganz besonders am Herzen liegt? Oder haben alle Projekte einen gleich großen Anteil in deinem Herzen?

Niconé: Alle Projekte bekommen die selbe Liebe, sonst wäre ja das eine traurig – und die gemeinsamen Essen wären unerträglich.

Unter dem Motto „It’s fashion and music“ hast du im Jahr 2007 zusammen mit Helena Kapidzic das Label „Niconé“ gegründet. Neben der Musik designt ihr gemeinsam Mode für Männer und Frauen. Was genau kann man sich unter eurer Mode vorstellen und wo gibt es diese zu erwerben?

Niconé: Genau 2007, das war einmal, es fing so an, aber hörte dann auch auf, da ich mich mit meiner damaligen Freundin Helena getrennt habe und das mit dem Mode-Ding dann nicht mehr ganz so gut geklappt hat. Allerdings habe ich gerade wieder zwei Tanks gebaut, die du über SVT ordern kannst und ich denke immer noch an einen Niconé Schuh!!!!!

Welche Erfahrungen oder Erlebnisse haben dich in deiner bisherigen Zeit als Künstler besonders geprägt? Was war das Außergewöhnlichste, das dir je bei einem Auftritt passiert ist?

Niconé: Vielleicht ist es anders herum. Mich haben davor Sachen geprägt, oder beeindruckt, also praktisch als ich als Teenie zum Rave gegangen bin, gab es verschiedene Einflüsse, die mich in diese Richtung getrieben haben. Zum Beispiel upgefuckte Warehouse Partys in illegalen alten Fabrikgeländen mit heute unbekannten DJs, die mich stundenlang haben tanzen lassen. Und so etwas wollte ich auch können oder sein!

Der Sommer 2013 ist vorbei und es gab so einige Open Airs und Festivals. Welche Veranstaltung(en) war(en) für dich persönlich dieses Jahr ein Highlight?

Niconé: Sonne Mond Sterne war wie immer ein Highlight, außerdem haben wir ein paar Dantze Partys in diesem Jahr gemacht, die wirklich sehr amtlich waren!

Wie kann man sich bei dir einen Wochenablauf vorstellen? Bleibt bei deiner vielen Arbeit und den vielen Projekten überhaupt noch Zeit für ein Privatleben?

Niconé: Privat mach ich Musik.

Was können wir in Zukunft von dir musikalisch erwarten? Gibt es da schon konkrete Pläne oder neue Projekte?

Niconé: Als nächstes ist wieder ein NB Album geplant und vielleicht wird dieses Ende nächsten Jahres schon erscheinen. Ansonsten heißt die Mission: let love begin!

Das Interview führte Claudia Thiem.

Das Team von replay bedankt sich für das Interview. Weiterhin wünschen wir dir viel Erfolg.

Über Claudi

Claudi wird euch ab sofort an ihrer Liebe zur Musik teilhaben lassen und euch des Öfteren mit wertvollen Informationen und Berichten auf dem Laufenden halten. Bereits im Jahr 2008 entfachte die große Leidenschaft zur elektronischen Musik, hervorgerufen durch befreundete DJs. Wenn sie nicht gerade hinter dem Schreibtisch sitzt und im Papierkrieg versinkt, dann vergnügt sie sich auf Partys, Veranstaltungen oder Festivals in diversen Städten. Eine bestimmte musikalische Richtung bevorzugt sie nicht. Egal ob treibende, kraftvolle Beats oder ein paar harmonische Melodien, sie mag Abwechslung, ist offen und entdeckt gerne neue Sachen.

2 Gedanken zu „Niconé im Interview: „Und für alle, die nicht tanzen können oder zu schüchtern sind, sollten einfach zu Hause, im Auto, in der Bar oder im Bett ihren Kopf zum Beat nicken“

  1. Nachtimal1990 schreibt:

    1

    Nicone‘ & Sascha Braemer <3
    … Aber ich muss echt sagen das 'let the Love begin' ' doch ein gutes Album alla Nicone' geworden is. Zwar unter SVT, aber wie schon gesagt: why Chance the winning Team?! .

    Gut geschriebenes Interview :)

    Bitte weiter so Replaymag !!

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