One Love, One Beach, One Festival – replay beim Helene Beach Festival 2016

Helene Beach Festival 2016. Ausverkauft. Fünfundzwanzigtausend Menschen. Acht Bühnen mit 120 Künstlern. Ende Juli war es wieder soweit und der wunderschöne Helenesee öffnete seine Pforten für alle Raver der Nation.

Helene Beach Festival 2016

Helene Beach Festival 2016

Helene Beach Festival 2016

Das Helene Beach Festival 2016 öffnet seine Pforten

Die sechste Auflage des Festivals begann mit der traditionellen „Ankerparty“ am Mittwochabend. Am Donnerstagmorgen trat ich meine Reise Richtung Frankfurt (Oder) an. Da ich bereits 2013 das Helene Beach Festival besuchen durfte, war ich besonders gespannt, was es denn alles Neues zu entdecken gibt und wie sich das Festival entwickelt hat.

Im Vorfeld wurde bereits in den sozialen Netzwerken angekündigt, dass es bei der Anreise zu längeren Wartezeiten kommen kann. Aufgrund der aktuellen Geschehnisse fand das Festival in diesem Jahr unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt. An der Zufahrt wurden in einer Schleuse sechs Fahrzeuge gleichzeitig abgefertigt. Nichts­des­to­trotz mussten die Besucher hier zum Teil drei bis vier Stunden lang warten.

Cashless – Zahlen ohne Bargeld

Die wohl wichtigste Neuerung in diesem Jahr war das sogenannte Cashless-System: Das Bargeld wurde im gesamten Gelände abgeschafft. Bezahlt wurde mit einem Chip am Festivalbändchen. Aufladen konnte man diesen im Vorfeld online oder vor Ort an entsprechenden Wechselstuben. Nach anfänglicher Skepsis muss ich sagen, dass ich dies als sehr positiv empfand. Man brauchte keine Geldbörse mitnehmen und hatte auch nicht die Gefahr, dass der „Fuffi“ aus der Hosentasche rutscht und man ohne Geld dasteht. Auch der Restbetrag vom Chip wurde reibungslos auf das eigene Konto zurückerstattet.

Alle Bühnen und der Sound sind top

Ein besonderer Pluspunkt dieser Veranstaltung ist wohl nach wie vor die ausgesprochen wunderschöne Lage direkt am Helenesee. Am Donnerstagnachmittag lud der lange Sandstrand zu einem Tanz barfuß im Sand zu den Beats von Dapayk und Super Flu ein. Die perfekte Einstimmung für das Wochenende.

Helene Beach Festival 2016 - Richie Hawtin (Credit: Helene Beach Festival, http://www.helene-beach-festival.de/impressionen/bilder/event/Helene-Beach-Festival-2016.html)

Die ersten Kracher gab es bereits am frühen Freitagabend mit Hito und Richie Hawtin beim Smirnoff Sound Collective Camp. Wieder einmal ganz besonders begeistert hat mich die sympathische Hito. Es macht einfach Spaß, ihrem Sound zu lauschen. Richies eigentlicher Auftritt folgte dann in der Nacht auf der Electronic Mainstage, die in diesem Jahr in einer wirklich tollen Optik erstrahlte und wesentlich größer war als vor drei Jahren. Der Sound war überall, egal ob Mainstage, Electronic Mainstage oder Laguna Beach, super abgestimmt und astrein. So macht das Spaß.

Helene Beach Festival 2016

Helene Beach Festival 2016 - Electronic Mainstage View (Credit: Helene Beach Festival, http://www.helene-beach-festival.de/impressionen/bilder/event/Helene-Beach-Festival-2016.html)

Helene Beach Festival 2016 (Credit: Patrick Roddelkopf, https://www.facebook.com/Patrick.Roddelkopf.Fotografie)
Helene Beach Festival 2016 (Credit: Patrick Roddelkopf)

Helene Beach Festival 2016 - Laguna Beach - Supdub (Credit: Helene Beach Festival, http://www.helene-beach-festival.de/impressionen/bilder/event/Helene-Beach-Festival-2016.html)

Die Laguna Beach Stage übernahm am Freitag das Berliner Label supdub. Hier herrschte eine familiäre und sehr angenehme Atmosphäre zum Tanzen. Mit vielen abwechslungsreichen Sets wurde es keineswegs langweilig und auch die Künstler hatten sichtlich viel Freude. Ich habe mal bei Alfred und René nachgefragt, wie ihr Eindruck vom diesjährigen Helene Beach war. Lest selbst.

Helene Beach Festival 2016 - Alfred Heinrichs (Credit: Helene Beach Festival, http://www.helene-beach-festival.de/impressionen/bilder/event/Helene-Beach-Festival-2016.html)

Interview mit Alfred Heinrichs & René Bourgeois

Nun ist das „Urlaubsfestival“ am schönen Helenesee schon wieder vorbei. Wie hast du das Helene Beach Festival 2016 erlebt? Gab es besondere Momente oder Eindrücke für dich?

Alfred: Für mich persönlich ist es ein unbeschreiblich schöner Moment, wenn ich meine Musik spiele und mein Herz sich mit den Herzen der Gäste verbindet. Vor allem, wenn sich dies ein ganzes Set lang hält. Die Organisation des Festivals war bis ins kleinste Detail perfekt und die Betreuung sowie das Feeling einfach wunderbar. Durch die Stimmung der Menschen und was sie einem zurückgeben an Dankbarkeit durch den tollen Moment, welchen sie mit uns erleben, ist denke ich für mich das Allerschönste.

René: Ich habe ja bereits viermal hier gespielt, sogar auf dem allerersten Festival (2x auf der Electronic Mainstage und 2x Laguna Stage) und bin immer wieder aufs Neue geflasht, mit welchen Schritten sich hier alles entwickelt. Die Laguna Stage zum Beispiel, ist von einer kleinen Bretterbude zu einer der schönsten Stages mutiert. Mitten im Wasser gelegen mit einfallsreicher Dekoration und atemberaubenden Showeffekten, wie Feuer- und Rauchspielen. Hier ein labeleigenes Showcase mit unseren Supdubbern zu haben, ist genau dieser besondere Moment. Abgesehen mal davon sind die Partypeople hier auch immer in bester Feierlaune und extrem dankbar. Das reißt mich persönlich immer am meisten vom Hocker!!! <3

Helene Beach Festival 2016 (Credit: Patrick Roddelkopf, https://www.facebook.com/Patrick.Roddelkopf.Fotografie)
Helene Beach Festival 2016 (Credit: Patrick Roddelkopf)

Ihr hattet ja am Freitag mit einigen supdub-Künstlern die Laguna Stage für euch. Was bedeutet so ein Showcase auf einem Festival für dich? Gibt es da Unterschiede zu deinen Solo-Auftritten bzw. bereitest du dich anders vor?

Alfred: Das besondere ist natürlich, dass wir unsere eigene Supdub Stage hatten und, dass wir unser Label dort präsentieren konnten und, dass es ein seltener Moment ist, wo man seine ganze Supdub Crew sowie einige Künstler aus der Cubeplus Agentur zusammen hat. Der Anspruch ans Vorbereiten für ein Set bleibt immer der gleiche. Dass man die Chance hat, auch neue Leute zu erreichen, die einen noch nicht kennen und, dass man sich somit mit seiner Musik und seinen Artists zeigen kann und denen somit tolle Momente bereitet. Man erreicht gerade bei solch einem Festival viel mehr neue Fans. Man ist als Label stark daran interessiert, seine Philosophie den Menschen näher zu bringen und, dass uns die Feedbacks im Nachhinein so überwältig haben, dass wir dies auf jeden Fall weiter führen wollen. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, wenn wir auf jedem großen Festival eine Stage hätten. Das ist noch eine große Zielsetzung für die Zukunft.

René: Na das liegt doch auf der Hand! Es waren gebündelt Familie und Freunde vor Ort… es herrscht eine ganz eigene Emotionalität. Man teilt jeden Eindruck, jedes Set, jeden Moment mit seinen Liebsten, was ja auf vielen Sologigs leider unmöglich ist. Es ist ungefähr vergleichbar mit Silvester, den man ja auch selten alleine feiert und sich im Regelfall mit seinen Besten umgibt.

Vervollständige den Satz: Das Helene Beach Festival ist für mich…

Alfred: …bis jetzt das absolute Highlight 2016.

René: …one Love, one Beach, one Festival ! :*

Das Interview führte Claudia Thiem.

Kritik? Ausschließlich positiv – mit einer Ausnahme

Laut dem Veranstalter war das diesjährige Helene Beach Festival eines der friedlichsten überhaupt. Dies kann ich nur voll und ganz bestätigen. Die sehr friedliche, angenehme und entspannte Atmosphäre unter den Feierwütigen zauberte einem oft ein Lächeln ins Gesicht.

Kritik? Um ehrlich zu sein habe ich lange überlegt und gesucht, aber ich konnte keine finden. Nichts war so gravierend oder unerträglich, dass ich damit nicht Leben konnte. Das Helene Beach Festival ist mit seiner noch überschaubaren Besucherzahl von 25.000 Leuten sehr angenehm und super organisiert. Hier stimmt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Hinzu kommt die sorgfältige Auswahl des Lineups, das sich nicht wie bei manch anderen Festivals jährlich wiederholt. Ein Lineup mit Dapayk, Hito, Richie Hawtin, Fabio Florido, Monika Kruse, René Bourgeois, Alfred Heinrichs, Carlo Ruetz, Simina Grigoriu, Sam Paganini, Dubfire und vielen weiteren tollen Künstlern war jedenfalls genau nach meinen Geschmack und abwechslungsreich. Großes Lob an die Bookingabteilung.

Was geht im Kopf einiger Festivalbesucher vor?

Aber was mich wirklich wieder einmal entsetzt hat, waren einige Festivalbesucher. Und zwar diejenigen, die ihr Campingplatzareal als reine Müllkippe hinterlassen haben. Man bräuchte sich wirklich nicht wundern, wenn der Veranstalter den Müllpfand von 5 Euro auf 50 Euro erhöht. Vielleicht würden sich dann ein paar mehr Leute daran beteiligen und etwas auf ihre Umwelt und Mitmenschen achten. In diesem Sinne: „One Love, One Beach, One Festival.“ Wir sehen uns 2017 am Helene Beach.

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Über Claudi

Claudi wird euch ab sofort an ihrer Liebe zur Musik teilhaben lassen und euch des Öfteren mit wertvollen Informationen und Berichten auf dem Laufenden halten. Bereits im Jahr 2008 entfachte die große Leidenschaft zur elektronischen Musik, hervorgerufen durch befreundete DJs. Wenn sie nicht gerade hinter dem Schreibtisch sitzt und im Papierkrieg versinkt, dann vergnügt sie sich auf Partys, Veranstaltungen oder Festivals in diversen Städten. Eine bestimmte musikalische Richtung bevorzugt sie nicht. Egal ob treibende, kraftvolle Beats oder ein paar harmonische Melodien, sie mag Abwechslung, ist offen und entdeckt gerne neue Sachen.

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