Ostern 2012 Teil 2: Liquid Sunday Chapter 8.0

08.04.2012 - Liquid Sunday - Alte Wollspinnerei, Altenburg

Am vergangenen Sonntag war es nun soweit. Liquid Sunday stand auf dem Programmplan für Ostern 2012. Nach nunmehr fast 2 Tagen der Erholung und des Gedankensammelns ist es an der Zeit ein paar Worte zum Event loszuwerden. Da Chapter 8.0 mein erster Liquid Sunday überhaupt war, ist natürlich kein Vergleich zu den Vorjahren möglich. Im Vorfeld habe ich so gut wie alle auf Facebook eingegangenen Einträge gelesen – es hagelte teilweise heftige Kritik, aber auch Lob.

Parken

Parkmöglichkeiten gab es reichlich auf dem Gelände des Einkaufszentrums. Auch ein kleiner Fußmarsch von wenigen Minuten war in Ordnung. Wer parkt schon gern irgendwo am Straßenrand oder auf einem schlammigen Feld. Viele Besucher störte offensichtlich auch die Kälte (so um die 0°) beim Fußmarsch nicht: kurzärmlich oder sogar kurze Hosen sah man ziemlich oft.

Location

Die Alte Wollspinnerei (kurz AlWo) hat mir sehr gut gefallen, da alte Fabriken einen gewissen Charme haben. Wobei die Dekoration bzw. Aufmachung der Floors nicht das Hauptkriterium sein sollte. Ein paar Lichteffekte und Visuals per Beamer auf eine Leinwand, und fertig. Mehr brauche ich nicht, um mich wohlzufühlen. Schließlich geht es um die Musik. Vergleiche zu einer Lasershow wie man sie beim Awakenings in Amsterdam vorfindet, halte ich für sehr übertrieben. Wer mehr Entertainment braucht, muss paar Euros mehr ausgeben und auf andere Events fahren.

Die Floors waren ausreichend groß und man konnte sich gut (fort)bewegen. Ruhigere Bereiche zum Ausruhen (inklusive dem Außenbereich mit seinen Zelten) waren genügend vorhanden. Dass das Wetter nicht mitgespielt hat, kann man dem Veranstalter nicht ankreiden. Sicherlich wäre es für alle bei 10° mehr wesentlich angenehmer gewesen.

Das Sicherheitskonzept, das Einbahnstraßensystem und mehr als genug Personal rund um die Floors, war gut gewählt bei ungefähr 5000 Besuchern. Die Sicherheit der Besucher steht schließlich an erste Stelle. Auch der Vergleich zur Loveparade ist durchaus gerechtfertigt. Zwar ist die Größenordnung beim Liquid Sunday eine völlig andere, das Prinzip ist aber gleich. Wäre etwas passiert, wäre auch wieder genörgelt worden. Ein bisschen Laufen und frische Luft hat noch keinem geschadet, auch wenn es arschkalt war.

Anlage

Die Anlagen auf den Floors waren gut und sehr druckvoll. Teilweise aber zu laut. Beim Auftritt von AKA AKA & Thalstroem fiel sogar der Putz von der Decke. Sicherlich kann man es niemandem recht machen, da jeder ein anderes Lautstärke-Empfinden hat.

Eintritt

Leider konnte ich mich nicht zu den Glücklichen Early Bird Kartenbesitzern zählen. Im Nachhinein betrachtet, war der Preis von knapp 20 Euro gerechtfertigt. Das gute Lineup, das Personal … alles will erstmal bezahlt sein.

Lineup

Das Lineup bot eine große Vielfalt an Musikrichtungen. Da war mit Sicherheit für jedermann etwas dabei. Mich hat jedoch nur F1 (Tech House & Minimal) interessiert. Ron Flatter, Raumakustik, Stereo Express, AKA AKA & Thalstroem und Ruede Hagelstein waren wirklich top und haben den Floor mit ihren Sets gerockt. Wirklich positiv überrascht war ich von Raumakustik und Stereo Express, beide Acts habe ich zum ersten mal live gehört. Bei all den anderen wusste ich, dass es gut ist. Nicht mehr geschafft: Marcus Meinhardt und Fabian Reichelt & Raycoux Jr.

Publikum

Das Publikum war im Großen und Ganzen super, sehr locker drauf und gut gelaunt. Doch Ausnahmen gibt es auch immer. Bestes Beispiel waren einige Leute in den ersten beiden Reihen beim Auftritt von AKA AKA & Thalstroem, die mich permanent anrempelten, auf die Füße traten, ihre Arme an meinen Kopf stießen, mehr als betrunken waren, kaum noch stehen konnten und sich selbst nicht mehr gemerkt haben. Sie nannten es Ekstase und meinten, dass es wohl in der ersten Reihe so sein muss und wenn es mir nicht passt, wir das auch draußen klären können. Für mich war es einfach nur unangenehm und Belästigung pur. Sehr angenehm wurde es auf dem F1 dann zu späterer Stunde.

Garderobe

An der Garderobe herrschte teilweise Chaos und das Personal war zeitweise total überfordert. Zum Glück ist nix verloren gegangen. Der Hinweis, dass keine Haftung für die Klamotten übernommen wird ist zwar richtig, darf aber in keinem Fall als Ausrede dienen, wenn etwas verloren geht. Man zahlt ja nicht umsonst Geld.

Getränke und Bezahlsystem

Die Gesamtauswahl an Getränken und die Preise für Flaschengetränke (alkoholfrei und alkoholisch) waren in Ordnung. Die Preis-Leistung für Longdrinks à la Vodka-Energy war nicht gut. Die Gläser waren viel zu klein. Die Bezahlung mit Bargeld (was auf vielen Events nicht mehr der Fall ist) ging den ganzen Abend recht flott.

Sanitäre Anlagen

Toiletten sind nun mal das A und O bei solchen Veranstaltungen. Leider gab es davon viel zu wenig verteilt auf dem gesamten Gelände. Schon ziemlich zeitig waren die Toiletten im Außenbereich total versifft und die Putzkolonne musste anrücken, wodurch die Toiletten eine Weile gesperrt waren. Manche Besucher benehmen sich ja auf den Toiletten wie Schweine. Dafür kann der Veranstalter aber nix.

Fazit

Mein erster Liquid Sunday war bis auf einige Anmerkungen wirklich super. Nächstes Jahr gibt es bestimmt ein Wiedersehen. Trotzdem kann ich immer noch nicht verstehen, warum Jahr für Jahr um den Liquid Sunday ein regelrechter Hype entsteht.

Man sollte bei der Bewertung eines Events dieser Größenordnung nicht zu kleinlich vorgehen, aufgrund zu vieler Faktoren. Die Bewertungen auf Facebook sind teilweise sehr traurig: Da wird sich beispielsweise über den Verschluss des Bändchens aufgeregt, der Weg vom Parkplatz zur AlWo war zu weit … nur um einiges zu nennen. Auch die Wortwahl, die einige Leute an den Tag legen, ist mehr als mies. Eines ist sicher: Für die Realisierung eines solchen Events kann man vor den Veranstaltern und all dem Personal nur den Hut ziehen.

Danke für den tollen Abend, Liquid Sunday Team.


AKA AKA & Thalstroem – Teil 1


AKA AKA & Thalstroem – Teil 2


Ron Flatter


Stereo Express


Marcus Meinhardt

Liquid Sunday Chapter 8.0

Liquid Sunday Chapter 8.0

Liquid Sunday Chapter 8.0

Liquid Sunday Chapter 8.0

Liquid Sunday Chapter 8.0

Liquid Sunday Chapter 8.0

Über Philipp

Philipp, der wohl größte Pan-Pot Fan auf Erden, ist das Herz und die Seele von replay – um nicht zu sagen: Philipp ist replay, wenn er nicht gerade als Webdesigner arbeitet. In vielen Beiträgen und musikalischen Schmankerln lässt Philipp euch an seiner Liebe zur Musik und nicht zuletzt an seiner musikalischen Entwicklung teilhaben. Im Moment öffnet er immer wieder gern die Schubladen Deep House, Tech House und Techno. Und dies macht er in jeder freien Minute, die sich finden lässt - mit jeder Menge Einsatz und Engagement, mit unglaublich viel Liebe zum Detail und einer LKW-Ladung Herzblut. Um euch weiterhin qualitativ hochwertige Einblicke in die Welt der elektronischen Tanzmusik zu liefern, ist Philipp für euch immer wieder ganz vorn dabei.

5 Gedanken zu „Ostern 2012 Teil 2: Liquid Sunday Chapter 8.0

  1. Clemens schreibt:

    1

    Hallo Philipp,

    erstmal danke für dein Resümee, es war sehr angenehm zu lesen.
    Als kleine „Korrektur“ deines Beitrages, möchte ich folgendes sagen:
    Die Aussage „Der Hinweis, dass keine Haftung für die Klamotten übernommen wird ist zwar richtig [..]“ ist so leider nicht richtig. Rechtlich gesehen Haftet der Veranstalter für entgegengenommene Kleidungsstücke, so bald er sich diese Leistung bezahlen lässt.

    Das soll es auch schon gewesen sein.
    Bis zum nächsten LSD

    Beste Grüße Clemens

  2. Martin schreibt:

    2

    Jetzt weis ich warum ich bei Aka Aka nicht mit in der ersten Reihe stand ;) Stimme dir bei deinen Kritikpunkten zu, vorallem was die Toilettensituation und das P/L-Verhältnis der Longdrinks angeht. Ansonsten fand ichs aber auch ne gelungene Veranstaltung.

  3. Mathias schreibt:

    3

    hi Philipp,

    Also auch ich finde dein Resümee alles in allem ok,
    lediglich die Sache mit den Bändchen Verschlüssen würde ich nicht so herab spielen wollen, da ich selbst arge Probleme damit hatte. Ein wenig Stress hatte auch ich mit Grünen Männchen bei Erol Alkan recht weit vorn, wobei ich mir bei der Musik die er spielte eh wie in einer Warteschleife vor kam und die sanitären Einrichtungen waren absolut Katastrophal. Sonst war wirklich alles Top, Dass Getränke bei solch einer Veranstaltung nie günstig sind ist klar und vorhersehbar.
    Was ich vielleicht noch besonders positiv anmerken wollen würde ist die Aufteilung und Dimensionierung der Floors und die Idee mit der Shisha-Lounge.
    Also von mir ein fettes Dankeschön an den Veranstalter für diese Geile Nacht.
    MfG
    Mathias

  4. yaela schreibt:

    4

    mit deiner kleinen zusammenfassung des abends gehe ich nur zum teil mit.
    es war wie immer das highlight meines jahres, wie schon seit 3 jahren. ich hab mir die seele aus dem leib getanzt und den abend sehr genossen.

    nur im vergleich z.b. zum letzten jahr finde ich, dass es sich nich wirklich verbessert hat. das line up war wieder super.
    das lautstärkeproblem habe ich persönlich nur mit ohropax lösen können. ich fand es eindeutig zu laut, vor allem auf dem technofloor( wer weiß denn bitte noch mit dieser komischen f1-6 einteilung was anzufangen?!)….
    die laufwege kann ich voll und ganz nachvollziehen, bei den menschenmassen die dieses jahr dort waren. die letzten jahre war es, wie ich fand, gemütlicher. dank facebook is es sehr viel voller geworden.
    zu den longdrinks kann ich nix sagen, aber das storm h2o fand ich schon ganz schön heftig mit 4,5 plus pfand. ich dacht immer alk-frei is preiswerter?? vllt. lassen sich so auch die vielen besoffenen und provokanten erklären….
    naja und die verschlüsse von den bändern, hey das war doch optimal gelöst, da mussten nich nochmal alle zum verschließen von der metall plombe anstehen.

    ich bin schon gespannt auf den nächsten osterrave und hoffe dass sich die crew von ls wieder voll reinhängt und versucht übers wasser zu gehen, in sachen kritik

    thx for raving!!!

  5. Philipp schreibt:

    5

    @Clemens
    Danke für dein Lob und auch für den Hinweis zur Haftung der Klamotten, die in der Garderobe abgegeben werden.

    @Martin
    Das nächste Mal musst du einfach länger bleiben. Ruede Hagelstein wäre auch noch gut für dich gewesen.

    @Mathias
    Danke für dein Lob. Beim Rest, außer den Bändchen, sind wir uns ja einig.

    @yaela
    Wie ich ja schrieb, war es mein erster LSD und ich konnte in meinem Review kein Vergleich zu Vorjahren ziehen. Du im Gegenteil weißt, wie es bei vergangenen Veranstaltungen war.

    Zum Thema Getränke: Mit dem Wasser gebe ich dir Recht. Wasser sollte immer wesentlich billiger sein, als das billigste alkoholische Getränk. Es muss ja auch nicht immer Markenwasser sein. Aber ich denke nicht, dass man die vielen „Besoffenen“, die sich teilweise schlecht verhalten haben, mit dem Getränkepreis erklären kann. Auf dem Parkplatz und auch auf dem ganzen Weg zu AlWo standen doch leere Flachen (Schnaps, Bier und mehr) ohne Ende.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

"Wenn wir könnten, würden wir Musik heiraten…"