Paul Kalkbrenner auf „Back To The Future“-Tour – Eine Bewertung

Anfang April startete Paul Kalkbrenner seine „BACK TO THE FUTURE“ Tour, die noch bis weit in den Sommer andauert und ihn quer durch Europa führt. Am Donnerstag vor Ostern (13.04.2017) machte Paul Kalkbrenner in Leipzig im Werk 2 halt. Eine Bewertung.

Hintergrund der Tour war die gleichnamige Mixreihe im letzten Jahr. In diesen Mixen verarbeitete Paul Tracks aus den 90ern, Tracks aus seiner Jugendzeit, Tracks, die ihn damals begeisterten.

90er-Jahre-Techno reizte mich in letzter Zeit mehr und mehr, deshalb kaufte ich mir gleich ein Ticket, als Newsletterabonnent einen Tag vor offiziellem Start. „BACK TO THE FUTURE“ hieß auch von Anfang an, dass Paul Kalkbrenner keine eigenen Tracks spielen wird. Keine eigenen Tracks ist nicht ganz richtig: Er hat ja immerhin eigene Edits der Tracks geschnitten. Wir sprechen trotzdem von keinem Konzert in dem Sinne, die ich schon zahlreich besuchte und das in letzter Zeit immer weniger.

Paul Kalkbrenner legt die Karten auf den Tisch – was heißt „Back To The Future“

Volles Haus, gute Show

Paul Kalkbrenner auf „Back To The Future“-Tour

Paul Kalkbrenner auf „Back To The Future“-Tour

Die Show und auch die Musik waren gut, vor allem beim Preis von 27,50 Euro. Es gab ganz coole Lichteffekte und viel Nebel. Man muss sagen, es gibt Shows und Konzerte von Künstlern, bei denen die Profitgier bei kleinerem Entertainment-Faktor größer ist.

Ich behaupte auch, dass es mit Sicherheit Besucher gab, die völlig andere Erwartungen hatten und dann enttäuscht wurden. Weil es eben kein typisches Paul Kalkbrenner Konzert war.

Gut aufgelegter Paul Kalkbrenner

Paul Kalkbrenner hatte sichtlich Spaß, seine 90er Edits durch die Anlage zu drücken. Auch ging er wesentlich emotionaler und weniger zurückhaltend zu Werk als bei seinen üblichen Shows – so zumindest mein Eindruck. Vielleicht beflügelte ihn ja der Gedanke an seine Jugendzeit zusätzlich.

Paul Kalkbrenner auf „Back To The Future“-Tour

Paul Kalkbrenner auf „Back To The Future“-Tour

Paul Kalkbrenner auf „Back To The Future“-Tour

Paul Kalkbrenner auf „Back To The Future“-Tour

Der zu große Hype

Mich stört aber der Hype, der um „BACK TO THE FUTURE“ gemacht wird. Anstoß für die Tour waren lediglich drei Mixe und jetzt gibt es einige Edits der Tracks daraus, verpackt als Konzert. Mal ehrlich: Machen das nicht jede Woche irgendwelche DJs, dass sie Tracks aus den 90ern in ihre Sets verpacken oder komplette Classicsets spielen? Und hier wird so etwas Großes daraus gemacht.

Wäre es nicht cooler gewesen, wenn Paul Kalkbrenner die Tracks seiner Zeit im Original und von Vinyl gespielt hätte? Er hätte ja auch noch intimere Locations wählen können. Clubs mit einer Kapazität von 200 bis 500 Gästen. Dann hätte das schon etwas richtig tolles Nostalgisches gehabt. Back to the 90ies. Erstens, wäre es noch exklusiver gewesen. Zweitens, hätte er vielleicht auch so etwas mehr 90ies-Ambiente versprüht.

Obendrauf konnte man auch gleich noch die passenden Merch-Produkte vor Ort kaufen: T-Shirts, Bomberjacken, Tanktops usw. Nicht sonderlich schön, sie wurden aber oft gekauft, wie ich sah. Muss man denn das Thema „BACK TO THE FUTURE“ auf allen Ebenen so ausschlachten? Nochmal: Es ging ursprünglich um drei Mixe mit 90er Jahre Techno.

Was nicht unerwähnt bleiben sollte, ist das Warmup von Clé, das gut auf Paul Kalkbrenners Sets hinarbeitete.

Paul Kalkbrenner auf „Back To The Future“-Tour

Zum Schluss noch ein Video

Bedingt durch die sogenannten Stories, die in den sozialen Netzwerken Einzug hielten, filmt man ja leider meistens hochkant. So, wie ich es gar nicht mag. Denn Filme schaut man ja auch nur im Querformat. Aber so ist leider die Entwicklung und so ertappe ich mich immer wieder beim Filmen im Hochformat und finde an den Stories so langsam Gefallen. Vor allem, wenn Bilder und Videos den Bildschirm des Smartphones in seiner natürlichen Haltung füllen.

Fazit

Ich will auf keinen Fall den großen Hater geben. Ganz nüchtern betrachtet, muss man aber sagen: „Back To The Future“ ist eine solide Show mit Musik, die man nicht alle Tage zu hören bekommt. Nicht mehr und nicht weniger. Insgesamt wird das Thema zu sehr an die große Glocke gehangen. Die Shows sind ausverkauft. Paul Kalkbrenner hat Spaß. Paul Kalkbrenners Konto freut sich. Die Besucher haben Spaß, flüchten für ein paar Stunden aus dem Alltag – und das zählt.

Als die Show „zu Ende“ ist, gibt Paul Kalkbrenner noch gefühlt fünf bis sechs Zugaben. Nach jedem einzelnen Zugabe-Track verschwindet er kurz von der Bühne, um sie nach einigen Minuten wieder freudestrahlend vor der tobenden Menge zu betreten. Bis er nicht mehr auftaucht.

Paul Kalkbrenner auf „Back To The Future“-Tour

Paul Kalkbrenner auf „Back To The Future“-Tour

Über Philipp

Philipp, der wohl größte Pan-Pot Fan auf Erden, ist das Herz und die Seele von replay – um nicht zu sagen: Philipp ist replay, wenn er nicht gerade als Webdesigner arbeitet. In vielen Beiträgen und musikalischen Schmankerln lässt Philipp euch an seiner Liebe zur Musik und nicht zuletzt an seiner musikalischen Entwicklung teilhaben. Im Moment öffnet er immer wieder gern die Schubladen Deep House, Tech House und Techno. Und dies macht er in jeder freien Minute, die sich finden lässt - mit jeder Menge Einsatz und Engagement, mit unglaublich viel Liebe zum Detail und einer LKW-Ladung Herzblut. Um euch weiterhin qualitativ hochwertige Einblicke in die Welt der elektronischen Tanzmusik zu liefern, ist Philipp für euch immer wieder ganz vorn dabei.

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