replaycast #42 – Morgenroethe

replaycast #42 - Morgenroethe

Wir freuen uns, euch den 42. replaycast von Morgenroethe zu präsentieren. Der vorletzte replaycast im Jahr 2017.

Andro, so wie Morgenroethe mit Vornamen heißt, ist ein alter Hase im Techno-Zirkus, der vor kurzem seiner Auszeit den Rücken kehrte und nun wieder Blut geleckt hat:

Aber wie mit vielen Dingen im Leben, lernt man manches erst dann richtig zu schätzen, wenn man es nicht mehr hat – und – das „Feuer“ erlischt nie ganz – viel zu viele schöne Erlebnisse sind mit dem Auflegen verbunden und mit zu großem Interesse wurde die musikalische und technische Entwicklung in der Zeit verfolgt.

Im Rahmen des replaycast stand mir Morgenroethe Rede und Antwort zum Mix und zum Vergleich „heute“ vs. „früher“. Außerdem gibt er einen kurzen Ausblick.

Wie hast du die Tracks für den Podcast ausgesucht? War dir von Anfang an klar, in welche Richtung du gehen möchtest?

Morgenroethe: Die grundsätzliche Richtung stand von vornherein fest, in welcher Nuance aber, war von Anfang an noch nicht so ganz klar. Letztlich ist es eine Mischung verschiedener Techno-Untergenres geworden, auch um den ganzen Podcast interessant und abwechslungsreich zu gestalten – letztlich fehlt bei solch einem Projekt immer das direkte Feedback der Zuhörer und man kann nur versuchen, den „richtigen Ton“ zu treffen. Lediglich bei 3 Titeln war ich mir sicher, dass ich diese mit dabei haben möchte, alle anderen haben es dann eher spontan in den Mix geschafft.

Wie und wo ist der Mix entstanden? Welche Technik kam zum Einsatz?

Morgenroethe: Meine Plattenspieler habe ich bereits vor einigen Jahren in sehr gute Hände weitergegeben, so dass die Technik der Wahl daheim leider nicht zur Verfügung stand. Nachdem ich Ende letzten Jahres den Wechsel von Serato zu Rekordbox DJ vollzogen habe, auch, um nur noch eine Mediathek pflegen zu müssen, war die Basis des Setups mein DDJ RX von Pioneer. Im Gegensatz zu Live-Auftritten, bei denen ich in der ganzen Zeit als Resident in verschiedenen Clubs immer wieder zu dem Schluss gekommen bin: „Keep it Simple“, hat man im heimischen Studio ja die Möglichkeit, neue Wege zu probieren, und da ich gerade keinen Model1 zur Hand hatte, nahmen bei der Aufnahme die Audiosignale noch einen Umweg durch Ableton.

Du kennst auch noch die Zeit, in der Vinyl total boomte und man in den Clubs nix anderes als Plattenspieler zur Verfügung hatte. Aktuell kommt man als DJ nicht an digitalen Files vorbei. Ist heute alles besser? Was denkst du, wenn du „heute“ mit „früher“ vergleichst?

Morgenroethe: Eine Frage, die jeder – egal ob DJ oder Clubgänger – nur für sich selbst beantworten kann. Für viele ist das „Schwarze Gold“ das Nonplusultra in Sachen Sound und Haptik, allerdings gab es zeitgleich ja auch einen Wandel im Musikbusiness und in der Form des Musikkonsums.

Sicherlich fällt es einem leichter, eine gewisse Beziehung zu einer Platte zu entwickeln, die man gesucht, geschleppt und gepflegt hat im Vergleich zu einem Musikfile – allerdings gab es auch eine Phase, in der die gesuchten Lieder einfach nicht auf Vinyl gepresst wurden und man zwangsläufig ausweichen musste. Wer schon einmal mehr als 4 prall gefüllte Plattenkisten zur DJ Booth getragen hat, lernt aber auch die Vorzüge der neuen Technik zu schätzen.

Ich für mich persönlich bin froh, beide Seiten erlebt zu haben, verweigere mich allerdings, das Thema zu dogmatisieren, denn letztlich sind weder Technik noch das eingesetzte Medium das Entscheidende – viel mehr zählt das Endergebnis, und da spielen ja noch viele weitere Faktoren eine Rolle.

Was ist noch geplant für das Jahr 2017 bzw. hast du schon Pläne für 2018?

Morgenroethe: Als ich mir vor über 15 Jahren meine ersten Plattenspieler gekauft hatte, war die Liebe zur Musik das Ausschlaggebende. Über die Jahre hinweg ist aus der Leidenschaft immer mehr ein Beruf geworden, was letztlich aus einer Vielzahl weiterer Gründe in einer ausgiebigen Auszeit mündete. Aber wie mit vielen Dingen im Leben, lernt man manches erst dann richtig zu schätzen, wenn man es nicht mehr hat – und – das „Feuer“ erlischt nie ganz – viel zu viele schöne Erlebnisse sind mit dem Auflegen verbunden und mit zu großem Interesse wurde die musikalische und technische Entwicklung in der Zeit verfolgt.

Vor kurzem habe ich mir daher wieder mein Heimstudio eingerichtet und es gibt auch die ein oder andere Idee für die Zukunft, nur nicht mehr nach einem großen Businessplan oder der gleichen, viel mehr soll der Spaß an der Musik wieder im Mittelpunkt stehen und dafür gibt es keine Deadline.

Das Interview führte Philipp Storl.

Über Philipp

Philipp, der wohl größte Pan-Pot Fan auf Erden, ist das Herz und die Seele von replay – um nicht zu sagen: Philipp ist replay, wenn er nicht gerade als Webdesigner arbeitet. In vielen Beiträgen und musikalischen Schmankerln lässt Philipp euch an seiner Liebe zur Musik und nicht zuletzt an seiner musikalischen Entwicklung teilhaben. Im Moment öffnet er immer wieder gern die Schubladen Deep House, Tech House und Techno. Und dies macht er in jeder freien Minute, die sich finden lässt - mit jeder Menge Einsatz und Engagement, mit unglaublich viel Liebe zum Detail und einer LKW-Ladung Herzblut. Um euch weiterhin qualitativ hochwertige Einblicke in die Welt der elektronischen Tanzmusik zu liefern, ist Philipp für euch immer wieder ganz vorn dabei.

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