replaycast #43 – Moses Mehdi

replaycast #43 - Moses Mehdi

Wir freuen uns, euch den 43. replaycast von Moses Mehdi zu präsentieren. 29 Tracks in 60 Minuten auf den Punkt gebracht. Der letzte replaycast im Jahr 2017.

Moses, in Köln beheimatet, wo er seine Liebe zu Hip Hop, House, Techno und Turntablism fand, hat sein Projekt „Moses Mehdi“ im Mai 2016 gestartet. Die Karriereleiter ging seitdem bergauf. Allein in diesem Jahr hat er unter anderem auf den Labels Keno Records, 3000 Grad Records und Hive Audio veröffentlicht. Ich bin mir sicher, dass man in Zukunft noch einiges von Moses hören wird.

Im Rahmen des replaycast hat Moses ein paar Fragen beantwortet: Zum Beispiel zum Podcast, was im Jahr 2018 ansteht und einige weitere Themen.

Wie hast du die Tracks für den Podcast ausgesucht? War dir von Anfang an klar, in welche Richtung du gehen möchtest?

Moses Mehdi: Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich habe einfach vom Gefühl her eine Mischung von neuen und älteren Tracks, die man auch als Classics bezeichnen könnte, in einen Topf geworfen und dann intuitiv zusammen gemixt. Es ist ein Zusammenspiel von Techno und Housemusik. 29 Tracks in 60 Minuten auf den Punkt gebracht. Ich mag es, Tracks schnell und harmonisch ineinander zu mixen. Genau so hören sich auch meine DJ-Sets an.. Ich arbeite oft schnell und versuche auch mich selber zu entertainen, wenn ich hinter den Decks stehe. Inspiriert zu dieser Herangehensweise haben mich DJs wie Jeff Mills, Carl Cox, Derrick May, A-Trak und sogar solche Namen wie Bad Boy Bill. Mein Background als Hip Hop Kid und die frühe Begeisterung zum Turntablizm tragen wohl auch als Inspirationsquelle bei.

Ganz frisch ist die News, dass Resident Advisor seine Polls nicht mehr durchführen wird. Darüber wird in der Szene unter Musikbegeisterten sowie bekannten DJs und Produzenten positiv wie negativ diskutiert. Wie denkst du darüber? Brauchen wir für unsere Musik Polls?

Moses Mehdi: Ja, das habe ich mitbekommen und ich finde es auch gut so. Respekt an Resident Advisor, für diesen konstruktiven Schritt! Auf der einen Hand helfen Polls unserer Szene, gewisse Rolemodels aufzubauen und Superstars zu generieren, aber auf der anderen Hand stellt sich die Frage, ob diese Polls auch wirklich repräsentativ und ehrlich sind. Speziell den weiblichen Kollegen wurde da wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Vielen Bookern, die sich mit der Musik nicht sehr auskennen und nur nach wirtschaftlichen und statistischen Werten buchen, wird es wohl schwerer fallen, in Zukunft ihre LineUps für Events kreativ zusammen zu stellen.

Die gleiche Analogie ist beim Musik diggen. Viele DJs schauen sich die Beatport Top 100 Charts an und kaufen dementsprechend ihre Tunes, die sie dann im Club zocken. Es gibt aber so viele gute Musik da draußen, man muss nur mit Herz danach suchen. Den wahren Mehrwert generiert man als DJ, wenn man tiefer gräbt / sucht und Tracks auspackt, die andere DJs nicht spielen und seinen Sound somit definiert.

Bist du lieber DJ oder Produzent?

Moses Mehdi: Ich denke beides. Jedoch liebe ich es sehr, als DJ den Club zum Kochen zu bringen. Das ist eine ganz spezielle positive Energie, die man nur in Echtzeit spüren kann und die wohl jeder gute DJ liebt und bestätigen kann.

Im Studio neue Musik aus dem Nicht heraus zu kreieren hat aber auch seine extremen Glücksmomente.

Es ist aktuell in der elektronischen Musikszene schwierig, über alle Künstler, DJs und Produzenten den Überblick zu behalten. Welche überzeugen dich mit ihrer Musik und ihrem Können derzeit am meisten?

Moses Mehdi: Wow… es gibt sehr viele, die ich hier nennen kann. Derzeit bin ich ein großer Fan von Kink. Ich feiere seine qualitativen Produktionen und anspruchsvollen Live-Auftritte, seinen Werdegang von Bulgarien, einem Land das wohl nicht sehr bekannt ist für elektronische Musik, raus in die weite Welt.

Patrice Baumel ist ein großartiger Produzent. Seine Musik hat in letzter Zeit einfach nur für sich gesprochen. Punkt. Ich mag Maceo Plex/Maetrik Produktionen. Seth Troxler ist ein cooler Charakter sowohl als auch die Martinez Brothers. Modeselektor sind eine großartige Band.

Ich hab gehört, dass Kenny Dope und Lil Louis Vega wieder als „Masters at Work“ ins Studio gehen. Ich bin gespannt und hoffe, dass auch Armand van Helden wieder etwas von seinem eher rohen Material veröffentlicht. Ich feiere auch diese LoFi House Szene, die derzeit ganz hip ist. Die Musik hat einen coolen Vibe. Fast schon Hip Hop mäßig.

Als DJ mag ich Loco Dice, nicht nur weil er mich von seinem Aussehen, Auftreten, Style und kulturellem Background sehr an mich selbst erinnert, sondern weil er auch wie ich ein talentierter DJ ist ;)

Als Kind der 80er Jahre kennst auch noch die Zeit, in der Vinyl total boomte und man in den Clubs nix anderes als Plattenspieler zur Verfügung hatte. Aktuell kommt man als DJ nicht an digitalen Files vorbei. Ist heute alles besser?

Moses Mehdi: Ja absolut! Denn aufgrund dieser digitalen Technologien kann ich als DJ viel kreativer mit der Musik arbeiten als nur mit Vinyl. Da sind die Möglichkeiten mit Vinyl etwas beschränkter und bei elektronischer Musik wird die Weiterentwicklung ja auch groß geschrieben. Dennoch hab ich den größten Respekt vor DJs wie Sven Väth, Ricardo Villalobos oder DVS1.

Wie siehst du den in den Medien so gefeierten „Vinylboom“?

Moses Mehdi: Ich finde das super. Auf Album-Ebene macht das sehr viel Sinn! Nachdem ich meine Plattensammlung aussortiert hatte, hab ich überwiegend auch nur Longplayer behalten und den Rest verschenkt.

Was ist dein Lieblingsclub / Festival?

Moses Mehdi: Ich mag das Amnesia auf Ibiza. Generell gibt es sehr gute Clubs auf Ibiza. Das Silodom in Saarbrücken ist ein toller Club, betrieben von coolen Leuten. Ich mag auch die Jungs vom Hive in Zürich sehr. In meiner Heimatstadt Köln sind meine Favoriten das Heinz Gaul, Odonien und das Reineke Fuchs, um mal etwas Liebe zurück zu geben.

Mit Festivals muss ich noch ein paar Erfahrungen sammeln, aber ich mag, was die Leute von Dekmantel machen und das BPM Festival ist auch cool. Schönen Gruß auch an die PollerWiesen aus Köln. Das 3000Grad Festival im Osten Deutschlands, wo ich dieses Jahr gespielt habe, war auch sehr nice und detailverliebt.

Du hast in diesem Jahr unter anderem auf den Labels Keno Records, 3000 Grad Records und Hive Audio veröffentlicht. Was ist noch geplant für das Jahr 2017 bzw. hast du schon Pläne für 2018?

Moses Mehdi: Ja, dieses Jahr hab ich viel an Musik gearbeitet. Ich glaube, es kommt noch ein Track von mir auf „We Drop Bombs“, einem Label von Freunden aus Saarbrücken, raus. Im Januar 2018 spiele ich auf der „WinterWorld“, einem großen Rave in Karlsruhe, worauf ich mich freue…

Des Weiteren entstehen eine paar interessante Sachen für 2018, welche sich noch entwickeln müssen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt ;)

Ansonsten versuche ich mich musikalisch und als Mensch stets positiv weiter zu entwickeln, gesund zu bleiben und meine Arbeit im Studio und die Arbeit als DJ zu verbessern. Familie und Freunde sollten nicht vernachlässigt werden… Liebe!

Das Interview führte Philipp Storl.

Trackliste

1. Zombie Nation – Worldwise // UKW Records
2. Pawsa – Party // PAWZ
3. Murphy Jax – The Acid Housekeeper // Hypercolour
4. Vakuum – Speaker Sounds // Turbo Recordings
5. Maetrik – Cortex 11 b // Clash Lion
6. Cristoph – Feel // Pryda
7. Tim Baresko – Something For Ya // Basement Leak
8. Jazzanova & Phonte Coleman – Look What You’re Doin‘ to Me (Motor City Drum Ensamble Remix) //
9. Johannes Heil – Gospel Thirteen // Odd Even
10. Made By Pete – Rhode Trip // MadTech
11. Riva Starr, Hyperloop – Fallen Angel (Tiger Stripes Remix) // Truesoul 12. Ronnie Spiteri – Voice In My Head // Mobilee Records
13. Moses Mehdi – Orient Oneself // Hive Audio
14. Christian Nielsen – Got To Move // Suara
15. Kerri Chandler – Checkmate (Steve Rachmand Remix) // Watergate Records
16. Kink – Perth // Running Back Records
17. Riva Starr, Hyperloop – Resilience // Truesoul
18. Oscar L. – Konfusion // Truesoul
19. Amine Edge & DANCE, Blaze – Lovelee Dae //Defected
20. Black Loops – Sex // Toytonics
21. CJ Bolland – Sugar is Sweeter (Armand Van Helden Remix) // FFRR
22. Kink – Yom Thorke // Running Back Records
23. Armand Van Helden – You Don’t Know Me // Armed Records
24. Moses Mehdi – Flawless Believe // Hive Audio
25. Rampa – Necessity // Innervisions
26. Nuno Dos Santos – Prosa (Far Out Radio System Remix) // Something Happening Somewhere
27. Seth Troxler – CZ // Tuskegee
28. Sweely – Around // Distant Hawaii
29. Dez Andrés – Seasons So Long // M1 Sessions

Über Philipp

Philipp, der wohl größte Pan-Pot Fan auf Erden, ist das Herz und die Seele von replay – um nicht zu sagen: Philipp ist replay, wenn er nicht gerade als Webdesigner arbeitet. In vielen Beiträgen und musikalischen Schmankerln lässt Philipp euch an seiner Liebe zur Musik und nicht zuletzt an seiner musikalischen Entwicklung teilhaben. Im Moment öffnet er immer wieder gern die Schubladen Deep House, Tech House und Techno. Und dies macht er in jeder freien Minute, die sich finden lässt – mit jeder Menge Einsatz und Engagement, mit unglaublich viel Liebe zum Detail und einer LKW-Ladung Herzblut. Um euch weiterhin qualitativ hochwertige Einblicke in die Welt der elektronischen Tanzmusik zu liefern, ist Philipp für euch immer wieder ganz vorn dabei.

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