Review: 7 Jahre elipamanoke e.V. in Leipzig

elipamanoke – ein sehr abenteuerlicher Name eines Vereins, der sich in Leipzig mit Herz und Leidenschaft der elektronischen Musik und der bunten Kultur verschrieben hat. Es brauchte eine kleine Weile, bis ich den Namen wirklich verinnerlichte, ohne zwei Silben zu vertauschen oder neue hinzuzufügen. Ich höre mich noch sagen: „Bist du nächste Woche auch im Elidingsirgendwas dabei?“. Aber spätestens seit dem 11. April läuft das jetzt auch mit der richtigen Reihenfolge der Buchstaben.

11.04.2014 - 7 Jahre elipamanoke mit Rico Loop , Onur Özer, Alessia in concert - elipamanoke, Leipzig

Review: 7 Jahre elipamanoke e.V. in Leipzig

Schon einige Male vorher hatte ich mir vorgenommen, zum „Elidingsirgendwas“ zu pilgern. Aber irgendwie meinten es meine zeitlichen Kapazitäten meist nicht allzu gut mit mir. Aber jetzt, da Onur Özer Leipzig mit seiner Musik und Anwesenheit beehren sollte, konnte ich nicht anders, als mir ein Zeitfenster freizuschaufeln. Schließlich erlebt man Cocoon-Feeling nicht allzu oft im Freistaat.

Das elipamanoke empfing uns mit nostalgischem Industriecharme, melodischen Indie-Pop-Folk und einer massiven Frauenstimme. Und ich dachte mir so: „Hä, bin ich richtig?“ In Sachen Musikkultur hat ja, meiner Meinung nach, alles seine Daseinsberechtigung. Aber meinen Geschmack traf diese gefühlsduselige Verneblungsmusik von Allesia nicht. Aber es tat sich wie durch ein Wunder noch eine zweite Location in den heiligen elipamanoke-Hallen auf.

Review: 7 Jahre elipamanoke e.V. in Leipzig

Review: 7 Jahre elipamanoke e.V. in Leipzig

Also flüchtete ich blitzschnell in den etwas kleineren Raum des elipamanoke und wurde fündig: Die Crew des Oberlungwitzer Farblagers hatte sich der Halle bemächtigt und sie in liebevollster Detailarbeit zum bunten Circus umdekoriert. Und von da an blieb ich. Wunderbare elektronische Klänge hauchten dem Raum ebenso Leben ein, wie die überreichlichen Konfettischnipsel, die von der Decke regneten und mich am folgenden Morgen bis nach Hause begleiteten (Es ist wirklich nicht zu fassen, wie sich Konfetti in die innersten Schichten der Ausgehmontur manövriert). Die gute Alarmsirene aus dem hauseigenen Farblager-Equipment durfte natürlich auch nicht fehlen. Dominik Hisslinger und Roy Millhouse sorgten mit treibenden Klängen dafür, dass meine Uhr sich irgendwie schneller als sonst drehte und ich stapfte von links nach rechts und wieder zurück und freute mich über wirklich ganz wunderbare Musik fernab vom Mainstream.

Und dann fiel es mir plötzlich ein: „Onur Özer!!!“ Da hatte ich doch vor lauter Farblagerimpression ganz vergessen, wen ich eigentlich hören wollte. Also sprang ich zurück in den anderen Gebäudeteil und hörte keine Allesia-Frauengefühlsduselstimme mehr – zum Glück – sondern Onur Özer. Konzentriert und völlig auf den Punkt ließ er feinsten Techhouse durch die Luft schallen. Ich blieb exakt 20 Minuten, entschied mich dann aber doch wieder für die härtere Musikdosis aus der Farblagerproduktionsmaschine und dem farbenfrohen Konfettiambiente. Irgendwie verkulturschockte mich Onur Özer mit seinem minimalistisch angehauchten Techhouse. Es gibt keine Zweifel, dass Onur Özer die Kunst der elektronischen Tanzmusik bis ins kleinste Detail beherrscht. Aber nach Roy Millhouse, der zum Zeitpunkt eine deutlich härtere Dosis Musik auf die Plattenteller zauberte, war der gute Onur einfach zu ruhig. Also tänzelte ich wieder dahin, wo ich sowieso schon die ganze Nacht verbrachte: in die vom Farblager eingenommene „Kommandozentrale“. Für den Rest der Nacht vermied ich Experimente und blieb einfach da, wo es mir am besten gefiel.

Über Anne

Anne, Schwafeltante aus Leidenschaft, stürzt sich immer wieder gern quietschvergnügt in die erste Reihe vor die Bassboxen der Städte, um sich beste elektronische Klänge um die Ohren wehen zu lassen. Dabei mag sie vor allem alles, was den Körper von ganz allein bewegt und ordentlich knallt. Es dauert keine Sekunde, bis das aufgeweckte Bündel sich bei guter elektronischer Tanzmusik zum springenden Flummi verwandelt. In ihrem Plattenschrank – die Laptop-Playlist – finden sich vor allem die Genres Dubstep, Techno und Tech House. Zur Zeit laufen Barnt, Gesaffelstein, Karotte und Adam Beyer auf Hochtouren über den Player.

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