Stephan Bodzin im „Powers of Ten“ Remixes Interview: „Ich bin total dankbar dafür, dass sich alle so reingehängt haben“

Stephan Bodzin hatte für den 18. Dezember ein Remix-Paket angekündigt: Das „Powers of Ten“ Remixes Album, das auch die beliebten Synthapella-Versionen enthält. Der Release der Vinyl (3x 12″) und digital war nun vor wenigen Tagen.

Die Namen Maceo Plex & Shall Ocin, Edu Imbernon & Coyu, Fur Coat, Pan-Pot, Marc Romboy, Max Cooper, Monoloc, Extrawelt, Agents of Time, D-Nox & Beckers, Dominik Eulberg, Gabriel Ananda, Super Flu, Nicolas Masseyeff und Victor Ruiz stehen für verschiedene musikalische Richtungen, sind aber Garanten für fetten Sound. Die 16 Remixe spielt Stephan auf seiner „Powers of Ten“-Album-Tour gerade rauf und runter.

Wie auch schon beim Pan-Pot Remixes Album muss man die „Powers of Ten“ Remixes als Ergänzung zum eigentlichen Album sehen.

So kurz vor Weihnachten stand uns Stephan noch einmal Rede und Antwort. Wir haben über das Album „Powers of Ten“ und auch die Remixe gesprochen. Außerdem gibt Stephan einen kurzen Ausblick, was im Jahr 2016 geplant ist.

Trackliste

1. Stephan Bodzin – Powers of Ten (Maceo Plex & Shall Ocin Remix)
2. Stephan Bodzin – Wir (Edu Imbernon & Coyu Remix)
3. Stephan Bodzin – Singularity (Fur Coat Remix)
4. Stephan Bodzin – Zulu (Pan-Pot Remix)
5. Stephan Bodzin – Ix (Marc Romboy Lost in Leploops)
6. Stephan Bodzin – Odyssee (D-Nox & Beckers Remix)
7. Stephan Bodzin – Blue Giant (Extrawelt Remix)
8. Stephan Bodzin – Wir (Max Cooper Remix)
9. Stephan Bodzin – Sputnik (Dominik Eulberg Remix)
10. Stephan Bodzin – Zulu (Agents of Time Remix)
11. Stephan Bodzin – Lila (Nicolas Masseyeff Remix)
12. Stephan Bodzin – Birth (Marc Romboy’s Ode 2 The Children)
13. Stephan Bodzin – Ix (Victor Ruiz Remix)
14. Stephan Bodzin – Powers of Ten (Gabriel Ananda Remix)
15. Stephan Bodzin – Singularity (Monoloc Edit 01)
16. Stephan Bodzin – Birth (Super Flu’s Early Contractions)

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Stephan Bodzin - Powers of Ten Remixes

Dein Album „Powers of Ten“ wurde von DJ- und Produzenten-Kollegen und Musikbegeisterten gleichermaßen positiv aufgenommen. Hättest du mit so einem Erfolg gerechnet? Oder wusstest du schon während des Produktionsprozesses, dass du da etwas ganz Besonderes veröffentlichen würdest?

Stephan Bodzin: Vielen Dank für die Blumen :) „Etwas Besonderes“ ist ja erst einmal ganz subjektiv. Ich freue mich natürlich über so viel Zustimmung, fühle mich aber in erster Linie wahnsinnig privilegiert, auch weiterhin mit der Musik, die mir meist „einfach so“ entspringt, weltweit unterwegs und erfolgreich sein zu dürfen. Machen zu können, was man liebt, so zu leben, wie man es sich nie hätte erträumen lassen, ist unbezahlbar und irgendwie auch unbeschreiblich (und setzt natürlich irgendwie voraus, dass man etwas „Besonderes“ schafft, klar). Aber planbar ist das nicht. Emotionen in eine schöne Form zu bringen, welche die Leute ergreift, berührt, inspiriert und dabei nicht überfordert, ist kein Arbeitsprozess, den man mal eben so abrufen kann. Ich habe sicher während der einen oder anderen Melodie schon im Entstehungsprozess gedacht, wow, das ist was Größeres (Nachtrag: ich denke bei jeeeder Melo, dass sie gigantisches ist, sonst könnte ich den Track nicht weiter – geschweige denn fertig produzieren). Aber nein, ich habe bis zur Veröffentlichung und den ersten positiven Feedbacks nicht gewusst, dass es ein „gutes“ Album ist, was auch immer das heißt.

Das Remix-Album steht nun in der Pipeline und umfasst viele tolle Künstler. Nach welchen Kriterien hast du dir die Remixer ausgesucht?

Stephan Bodzin: Da meine Originale ja nun sehr harmonie- und melodielastig sind, kamen nur Künstler in Frage, die – meiner ganz eigenen Meinung nach – mit so vielen Tönen „umgehen“ können und gleichzeitig vom Sound her eine Alternative zu dem meinigen darstellen würden.

Wobei es mir hier nicht darum ging, Alternativen für alle erdenklichen Stilrichtungen zu schaffen, sondern schon Remixe zu haben, die ich spielen kann und somit auch meinem Fahrwasser im weitesten Sinne entsprechen. Ich denke, das ist recht gut gelungen.

Stephan Bodzin

Hattest du für jeden Track schon den passenden Remixer im Kopf oder durften sich die Remixer ihren Wunschtrack aussuchen?

Stephan Bodzin: Unterschiedlich. Ein paar Beispiele vielleicht. Marc Romboy: Ich habe ihm nur „Ix“ geschickt und gefragt, ob er den remixen will, weil ich mir sicher war, dass er da ein Brett draus machen kann und ihm das Original gefallen würde. Hat er gemacht.

So auch Max Cooper „Wir“ oder Extrawelt „Blue Giant“. Da war mir einfach klar, wer in Frage kommt und deren Feedback war auch entsprechend knapp und eindeutig.

Fur Coat „Singularity“ war eine Paarung, die ich schon sehr früh im Kopf hatte, mich aber nach dem phänomenalen Remix, den die Jungs mir für „Sungam“ Anfang des Jahres gemacht haben, nicht wiederholen wollte. Am Ende war’s mir Wurscht, und der Remix hat’s bestätigt.

Maceo Plex habe ich freie Wahl gelassen und gehofffft (mit 4 – 9 f), dass er sich eben meines Titeltracks „Powers Of Ten“ annehmen würde. Ich könnte zu jedem ne Geschichte erzählen… belassen wir’s dabei.

Warst du mit jeder neuen Interpretation zufrieden? Wenn „zufrieden“ untertrieben ist, dann korrigiere mich bitte.

Stephan Bodzin: Hm ja, zufrieden ist nicht das richtige Wort im Zusammenhang mit so einem „Baby“ von Projekt. Besonders angetan bin ich davon, wie authentisch ein jeder Remixer seine ganz eigene Handschrift umgesetzt hat. Und mit wieviel Liebe und auch Liebe zum Detail da bei allen mixen ans Werk gegangen wurde. Und auch mit wie viel Bezug auf die Essenz des Original-Tracks.

Wie soll ich’s sagen… ich bin sehr sehr zufrieden mit absolut allen Remixen. Du siehst es auch daran, dass ich in meinen aktuellen DJ-Sets eigentlich immer alle Remixe unterbringe. Ich bin total dankbar dafür, dass sich alle so reingehängt haben.

Stephan Bodzin

Gibt es Remixe, die du besonders hervorheben würdest und dir ganz besonders gefallen?

Stephan Bodzin: Nein, würde ich nicht, mache ich nicht. Weniger aus politischer Korrektness, als aus aufrichtigem Respekt aller Artists gegenüber. Alle Remixe gefallen mir besonders gut :D

Dein Album erschien im Juni. Waren die Remixe zu diesem Zeitpunkt schon fertig bzw. in Arbeit? Wie kann man sich das zeitlich vorstellen? Dahinter steckte doch bestimmt auch ein enormer Organisations- und Kommunikationsaufwand?

Stephan Bodzin: Das Album war Januar 2015 fertig. Ich habe da schon den Plan gehabt, ein größeres Remix Album an den Start zu bringen und direkt angefangen Remixer zu akquirieren. Da der Produktions- und Promovorlauf für so einen Release momentan bei uns so 3 ca. Monate beträgt, war die Deadline mit allen Remixern auf Anfang / Mitte Juli kommuniziert, damit wir schlussendlich Mitte September auch alle Master am Start haben ;)

Da muss man weitsichtig und früh mit allen Tücken und vor allem Verspätungen rechnen, wenn man sich so viele World-Traveller an Board holen möchte. Ich kenne das nur zu gut, das Jahr ist nicht halb so lang, wie es noch im Januar aussieht…

Gleichzeitig müssen Promo und Artwork etc. vorbereitet werden, sodass alles ratzfatz losgehen kann, wenn dann die Musik tatsächlich da ist. Ja, es ist eine Menge Orga, aber das ist es immer. Mit Musik machen alleine hat noch nie irgendjemand andere erreichen können. Gehört dazu und ist Teil der Kunst.

Was können wir im Jahr 2016 musiktechnisch vom Künstler Stephan Bodzin erwarten? Gibt es schon Pläne?

Stephan Bodzin: Ich werde erst einmal sehr viel unterwegs sein, die Nachfrage ist enorm, was mich natürlich ehrt. Nach meinen 8 Wochen off in Costa Rica (sorry…) stehen ganz wunderbare Live-Shows an, auf die ich mich besonders freue. Live war und ist nach wie vor total aufregend für mich und ein großer Spaß dazu.

Des Weiteren habe ich mir fest vorgenommen, nicht wieder 7 Jahre ins Land ziehen zu lassen, bis der nächste Langspieler erscheint. Studio, Studio, Studio, wann immer es geht, ist das Motto.

Und nicht zu vergessen: Alle Remixer sind einen sogenannten „Swap“-Deal eingegangen. Heißt: Ich mix dich, du mixt mich. Bei 16 Remixern könnt da ein Haufen Arbeit auf mich zukommen ;)

Das Interview führte Philipp Elzner.

Wir bedanken uns ganz herzlich für das Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg.

Stephan Bodzin

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