Super Flu – Halle Saale

Knapp dreieinhalb Jahre nach „Heimatmelodien“ veröffentlicht das Duo Super Flu, bestehend aus Feliks Thielemann und Mathias Schwarz aus Halle an der Saale, auf dem eigenen Label Monaberry sein zweites Album, das den Titel „Halle Saale“ trägt. Der Sound: Sehr erfrischend und unkonventionell. Für mich sind die insgesamt zehn Tracks gute Laune pur.

Im Rahmen des Albumreleases sprachen Mathias und Feliks mit uns im Interview über ihren Künstlernamen, Opa Herbert, die Bedeutung des Albumtitels, die verrückten Tracknamen im Allgemeinen und einiges mehr.

„Halle Saale“ erscheint digital und auch als Vinyl (2×12″ + MP3-Code). Die umfangreiche „Halle Saale“-Tour startete bereits am 02.10.13.

Ich bin zwar kein Fan von Pressetexten und erst recht mag ich nicht das stupide Kopieren selbiger. Trotzdem möchte ich mal eine Ausnahme machen und den sich am Ende befindenden Pressetext empfehlen, da er eine Lachgarantie mit sich bringt.

Trackliste

01. Super Flu – 0180 Dolphin
02. Super Flu – Fibi Maybe
03. Super Flu – Me Roar (with Monkey Safari)
04. Super Flu – Raptor
05. Super Flu – Cheesy Mobisi (with andhim)
06. Super Flu – Jo Gurt
07. Super Flu – Krupp Oboe
08. Super Flu – IDDQD
09. Super Flu – Senamuun
10. Super Flu – Gether

Super Flu – Halle Saale

Halle Saale Album World Tour 2013

26.10.2013 Studio, Essen, DE
31.10.2013 Cabaret Sauvage, Paris, FR (Mathias only)

01.11.2013 Rote Sonne, München, DE
02.11.2013 Archiv, Neubrandenburg, DE
08.11.2013 Douala, Ravensburg, DE
09.11.2013 Luxor, Chemnitz, DE
22.11.2013 Elipamanoke, Leipzig, DE
23.11.2013 Charles Bronson, Halle / Saale, DE
29.11.2013 Rocker33, Stuttgart, DE
30.11.2013 Spartacus, Aix-en-Provence-FR (Mathias only)

06.12.2013 tbc, Montevideo, UY (Mathias only)
07.12.2013 La Feria, Santiago de Chile, CL (Mathias only)
07.12.2013 Kugl, St. Gallen, CH (Feliks only)
12.12.2013 Margherita, La Paz, BO (Mathias only)
13.12.2013 Eliptica, Cali, CO (Mathias only)
14.12.2013 Mansion, Medellin, CO (Mathias only)
14.12.2013 Musikkantine, Augsburg, DE (Feliks only)
20.12.2013 DC310, Mexico City, MX (Mathias only)
20.12.2013 Halle02, Heidelberg, DE (Feliks only)
21.12.2013 Hardpop, Juarez, MX (Mathias only)
25.12.2013 Katine, Magdeburg, DE
26.12.2013 Moccabar, Zwickau, DE
28.12.2013 Ritter Butzke, Berlin, DE

Pressetext

Feliks quetscht sich aus dem viel zu engem Delfinkostüm, schaut Mathias tief in die Augen und sagt: „Halle Saale“. Die Geburt des zweiten Albums der beiden Hallenser ist genauso schön, wie die Tracks auf dem Album. Nachdem „Heimatmelodien“ die Herzen der 4/4 getakteten Elektriker höher schlagen ließ und fast ausschließlich für die Tanzflächen dieser und anderer Parallelwelten konzipiert war, wagen sich die beiden mit dem neuen Album auf viel tiefere und malerischere Wege und verschwinden dabei auch mal kurz im Wald um etwas Pop zu pflücken.

Die Nadel erbeutet die ersten Berge und Täler und kann es kaum erwarten sie weiterzugeben. Ein Klangteppich von unbekannter Größe deutet sich an. Opa Herbert haucht die ersten Vocals in die unendlichen Weiten des Raums, begleitet von Glocken und frischer Vollmilch begibt man sich auf eine unendliche Reise. Was man von dieser Reise erfährt? Kryptische Titel, die einem nach einiger Zeit glasklar erscheinen und ein Cover, das verstörender nicht sein könnte. Eine Kulisse, in der es keine Gesetze gibt. Weder Zeit noch Raum werden hier respektiert und man tritt die Sehgewohnheit mit den Füßen. Beschreitet man den Pfad in das Innere der Kulisse trifft man die Beiden bei ihrer Lieblingsbeschäftigung und kann niemals wieder den Blick von ihnen abwenden.

Das Labor, voll mit kochenden und brodelnden Phiolen. So sah das Kinderzimmer der beiden Astronauten Feliks und Mathias aus bevor sie ihren Job als Fluglotsen kündigten, um uns immer wieder durch ihre Fähigkeiten als DJ-Act in Erstaunen zu versetzen. Seit nun fast 30 Jahren zählen Sie zu den Topacts der elektronischen Clubszene und werden derer nicht müde, sich immer wieder neu zu erfinden und Sachen einfach auszuprobieren. Die graue Diva stand Modell für das zweite Album und zeigt uns alle ihre Seiten. Wir werden verzaubert von ihrer sirenengleichen Stimme, die getragen wird von Lilou und der Ponybande. Sie zeigt uns ihre schmutzigen Gedanken und schickt uns mit einer Kopfnuss wieder in die Abteilung für Molkereiprodukte. Händel schnappt sich hier den letzten Jogurt, bevor der Raptor lernt den Zauberwürfel zu lösen und uns alle in Doom 2 fertig macht. Egal!

So wie es scheint, haben die Jungs nach „Heimatmelodien“ Lust auf ein DJ-Album, das kein DJ-Album sein will und ist. Viel zu komplex und zu genial sind die Tracks arrangiert, die Basslines zu filigran und die Synthie-Flächen zu betörend, um einfach nur dahingespielt zu werden. Ein DJ-Album zum Hören also. Abrupt wird man aus dieser trügerischen Tiefe gerissen und diese dreckige Snaredrum drängt einen zurück auf die Tanzfläche, von der man nicht so schnell verschwindet. Im düsteren Schwarzlicht treffen wir die Jungs von Monkey Safari und Andhim, die diesem Album ihre ganze Energie widmeten.

„Händel war eine große Inspiration für mich!“ soll Sir Richard David James gesagt haben. Daraufhin wurde die Idee eines Albums für die zentrierteste Stadt Mitteldeutschlands geboren. „Täglich erleben wir unsere Heimat, wie sie sich verändert und mit neuen Dingen füllt und alte einfach auskotzt.“, erklärt Mathias und räkelt sich dabei auf seinen frisch erlegten Fuchur. Limitierung bei voller Nutzung aller vorhandenen Möglichkeiten ist das Prinzip des Albums und zieht sich wie ein roter Faden durch die aufgelisteten Songs. Erwartungen werden hier kaum erfüllt und manch einer wird enttäuscht sein. Aber Pittiplatsch wird weiter seine 808 spielen und den Hustler an unschuldige Delfine verkaufen. Also vielleicht ist doch alles beim Alten geblieben?!

Auf keinen Fall ruft der kleine Maulwurf dazwischen. Leider oder zum Glück ist das nicht der Fall. Jeder Track nimmt einen mit auf eine unbekannte Reise, von der man nicht sicher sein kann wiederzukommen. IDDQD schraubt sich kryptisch in den Hörnerv, nachdem er voller Jogurt gelaufen ist. Erwachsenwerden scheint für die beiden Teilzeitholzfäller ein absolutes Fremdwort zu sein. Bezaubernd – in einer Welt, in der es Schulen für elektronische Musik gibt und jugendliche Ohren analoge Synthesizerklänge auf 2,50 Kopfhörern ertragen müssen. Das Album ermahnt zu mehr Aufmerksamkeit und kritischem Hören!

Die Gedanken der beiden Schöpfer zum Album:
„Fragt man fremde Leute, was Sie von Halle halten, ist es immer wieder die gleiche Antwort: hässlich und dreckig.“ sagt Mathias auf seinem grünen Velourhocker sitzend. „Aber ist es nicht genau das, was sich Leute in ihrem tristen Alltag wünschen?“ kontert Feliks und trinkt sein Glas Champagner. „Wir sind durch unsere Stadt gezogen und haben versucht sie einzufangen, ihren Klang zu kanalisieren und das Interessanteste für unsere Hörer auf Platte zu pressen.“. „Ach, mein Halle ist mir so ans Herz gewachsen … ich hab es richtig lieb!“. „Aber“, wirft Feliks ein, „ist es nicht etwas zu teuer für uns?“. „Keinesfalls! Es hat uns zu dem gemacht, was wir jetzt sind.“

Der Vorhang fällt. Zurück bleibt ein Gefühlscocktail der wunderbarsten Emotionen und eine Träne rollt die Wange hinab, um sich im Licht der Abendsonne zu brechen und auf den Schultern des Delfin-T-Shirts zu verschwinden.

Über Philipp

Philipp, der wohl größte Pan-Pot Fan auf Erden, ist das Herz und die Seele von replay – um nicht zu sagen: Philipp ist replay, wenn er nicht gerade als Webdesigner arbeitet. In vielen Beiträgen und musikalischen Schmankerln lässt Philipp euch an seiner Liebe zur Musik und nicht zuletzt an seiner musikalischen Entwicklung teilhaben. Im Moment öffnet er immer wieder gern die Schubladen Deep House, Tech House und Techno. Und dies macht er in jeder freien Minute, die sich finden lässt - mit jeder Menge Einsatz und Engagement, mit unglaublich viel Liebe zum Detail und einer LKW-Ladung Herzblut. Um euch weiterhin qualitativ hochwertige Einblicke in die Welt der elektronischen Tanzmusik zu liefern, ist Philipp für euch immer wieder ganz vorn dabei.

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